Telefonica senkt Gewinn-Prognose fĂĽr 2004

Einem deutlichen Gewinnanstieg im Breitbandgeschäft stehen gestiegene Kosten der Mobilfunk-Sparte gegenüber.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Telefonica, größtes Telekom-Unternehmen in Spanien und in Südamerika, hat seine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr 2004 nach unten korrigiert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde zwischen 5 und 7 Prozent liegen -- während das spanische Unternehmen zuvor von einem Wachstum zwischen 7 und 10 Prozent ausgegangen war. Im Zeitraum von Januar bis September 2004 erzielte der Telefonica-Konzern ein EBITDA von 9,807 Milliarden Euro -- was einem Anstieg um 5,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 (9,294 Milliarden Euro) entspricht. Der Nettogewinn in den ersten drei Vierteln 2004 stieg mit 2,117 Milliarden Euro um 5,1 Prozent gegenüber 2,014 Milliarden Euro von Januar bis September 2004.

Vergleicht man die beiden dritten Quartale 2004 und 2003, sprang der Nettogewinn von 588,7 Millionen Euro um 46,6 Prozent auf 862,9 Millionen Euro. Zu diesem Gewinnanstieg trug maßgeblich das Geschäft mit DSL-Anschlüssen in Spanien bei, dessen Ergebnis um 35 Prozent auf 285,8 Millionen Euro zulegen konnte. In Spanien hält Telefonica einen Anteil von 58,1 Prozent am DSL-Markt -- mit leicht steigender Tendenz: Branchenkenner beschreiben die Position des spanischen "Platzhirschen" (incumbent) Telefonica als relativ komfortabel im Vergleich zur Situation anderer europäischer Ex-Monopolisten.

Weniger komfortabel ist die Situation im Mobilfunkgeschäft -- die schnell wachsenden Märkte in Brasilien und Mexiko drückten die Margen der Telefonica Moviles Group. Diese konnte zwar im Vergleich vom dritten Quartal 2004 zum Vergleichsquartal 2003 den Umsatz um 10,5 Prozent auf 2,948 Milliarden Euro steigern, musste aber zugleich einen drastischen Anstieg der operativen Kosten (OPEX) von rund 1,428 Millionen Euro um 18,5 Prozent auf 1,692 Milliarden Euro hinnehmen, so dass der Nettoüberschuss der Mobilfunksparte im 3. Quartal 2004 mit 467,4 Millionen Euro um 2,4 Prozent niedriger ausfiel als im Vorjahreszeitraum (478,7 Millionen Euro). (ssu)