Grafikkarten: Anwender sind bereit Geld auszugeben

Der Absatz im Grafikkarten-Segment läuft gut, bei einer zufriedenstellenden Verfügbarkeit mit punktuellen Engpässen unter den High-End-Modellen. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei rund 200 Euro.

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Von
  • Karl Fröhlich

AMD löst dieser Tage sein bisheriges Flaggschiff Radeon HD 6870 durch die HD-6970-Serie ab. Dies soll dann auch die Preise von Nvidias GTX 580 nach unten ziehen.

(Bild: HIS)

Rechtzeitig zum Jahresendspurt, kommt die Grafikkarten-Industrie noch einmal mit neuen Produktgenerationen auf den Markt. Allen voran Nvidias Geforce-500-Serie. Das neue Flaggschiff Geforce GTX 580 ist seit Anfang November erhältlich, in der ersten Dezemberwoche folgte nun die GTX 570, die sich leistungsmäßig zwischen der GTX 580 und 480 einordnet.

AMDs neuer Bolide soll in Form der Radeon HD 6970 in der KW 50 auf den Markt kommen. Die Mittelklasse wird mit der HD 6950 besetzt. Ersten Tests zufolge ist die HD 6970 zwar schneller als die GTX 480, reicht aber nicht an die Leistung der GTX 580 heran. DafĂĽr ist das AMD-Board mit einer zu erwartenden VK-Spanne von rund 430 bis 450 Euro um gut 100 Euro gĂĽnstiger als Nvidias GTX 580, die bis zu 569 Euro kostet. Der Handel darf aber davon ausgehen, dass sich hier die Preise in KĂĽrze nach unten entwickeln.

Der nächste große Sprung ist für das zweite Halbjahr 2011 geplant. Nvidia kommt dann mit seinen Kepler-Grafikchips, die im 28-Nanometer-Verfahren gefertigt werden. Auch AMD setzt mit seiner HD-7000-Serie auf die schmalere Strukturbreite. Weitere Details sind allerdings noch nicht bekannt.

Der durchschnittliche Angebotspreis für Grafikkarten im Online-Handel schlängelt sich das ganze Jahr über an der 200-Euro-Marke entlang.

"Das Geschäft mit Grafikkarten verlief über das gesamte Jahr sehr gut und auch das vierte Quartal ist sehr zufriedenstellend", erklärt Marc-Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution, gegenüber heise resale. "Die Verfügbarkeit ist bis auf punktuelle Ausnahmen als gut zu bezeichnen." Auch Peter Hirschfeld, Geschäftsführer bei HMC, dem Generalimporteur von HIS spricht von einem guten Jahr. "Die Abverkaufszahlen wurden deutlich gesteigert. Die Verfügbarkeiten im High-End-Segment waren nicht immer optimal. Dies gilt insbesondere jetzt im vierten Quartal für die neuen 6000er-Modelle."

"Im Einstiegsbereich ist Nvidia etwas besser verfĂĽgbar als AMD, im High-End-Segment sind Nvidias 580er zurzeit knapp", sagt Reinhard Daners, Team Manager BU Storage&Components bei Actebis Peacock. "Die 6800-Chipserie von AMD ist dagegen sehr gut verfĂĽgbar."

Die entscheidenden Kaufkriterien bei Grafikkarten sind eine hohe Leistung für möglichst wenig Geld. Als Unterscheidungsmerkmal wird aber auch auf eine leise und effiziente Kühlung geachtet. Zudem zeichnet ein geringer Stromverbrauch eine gute Grafikkarte aus. In der Mittelklasse stehen sich die HD-6870-Serie von AMD und Nvidias GTX 460 gegenüber. Die HEKs liegen hier zwischen knapp 120 bis 170 Euro. Die Preise fallen aktuell kontinuierlich. "Mit am besten verkaufen sich derzeit AMDs HD 5770 und Nvidias GTX 470/460", sagt Ingram-Manager Gerken.

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Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

Actebis Peacock
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CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH

Im heise resale Preisradar belegen die Gigabyte GTX 460 OC (VK 134,37 Euro netto) und die Gigabyte GTX 470 Super Overclock (VK 210,08 Euro netto) die Plätze 1 und 3. Dazwischen rangiert die Sapphire Radeon HD 6850. Der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel liegt in der KW 49 bei 196,80 Euro netto. Im Vergleich zur Vorwoche entspricht dies einem leichten Plus von nicht ganz einem Prozent (195,44 Euro). Insgesamt bewegen sich die Verkaufspreise der zehn meistgesuchten Grafikkarten zwischen zirka 155 und 455 Euro netto. Das zeigt, im Nachrüstmarkt sind die Anwender durchaus bereit Geld auszugeben.

Bisher scheiterte das Spielen mit Onboard-Grafik vor allem an der bescheidenen Leistung der Mainboards. Im kommenden Jahr soll sich dies ändern: AMD (Llano) und Intel (Sandy Bridge) verlagern die Grafikeinheit direkt in die CPU. Zwar erfüllt diese Anordnung noch nicht die Ansprüche anspruchsvoller Gamer, doch dürfte es die Entwicklung im Low-End-Segment deutlich beeinträchtigen. "Wir rechnen daher mittel- bis langfristig mit einer sinkenden Nachfrage nach Grafikkarten im Einstiegsbereich – jedoch nicht vor Ende 2011", bestätigt Actebis-Peacock-Manager Daners. (map)