Neue Diskussion um Flugsicherheit

Während bei den Sicherheitskontrollen in Flughäfen neue Sicherheitsmängel entdeckt wurden, finden Tests von Terahertz-Scannern statt, die Sprengstoff oder Rauschgift schon aus einiger Entfernung aufspüren sollen.

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Von
  • Detlef Borchers

Mit den am heutigen Montag verschärften Handgepäckbestimmungen hat sich erneut eine Debatte über die Flugsicherheit entzündet. So berichtet das Fernsehmagazin "Report Mainz" von einem "Realtest" der Fluggastkontrollen am Flughafen Frankfurt, den die Bundespolizei durchgeführt habe. 367-mal haben laut dem Bericht Beamte versteckte Waffen und Bombenattrappen durch die Kontrolle schmuggeln wollen, dabei seien nur 62 Prozent % der gefährlichen Gegenstände gefunden worden. Diese Werte nannte Konrad Freiberg, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, skandalös. Entsprechend charakterisierte er die neuen Handgepäcksbestimmungen als "Beruhigungspille" und forderte eine bessere Ausbildung des privaten Sicherheitspersonals.

Ab heute dürfen Flüssigkeiten im Handgepäck nur in kleinen Mengen in einem durchsichtigen Zipper-Beutel mitgeführt werden, der ein maximales Volumen von einem Liter haben darf und wie die Laptops bei der Sicherheitskontrolle separat vom Handgepäck vorgelegt werden muss. Diese Sicherheitsregel wird noch einmal im März 2007 verschärft werden, wenn das Handgepäcksstück die Maße von 56 cm × 45 cm × 25 cm nicht mehr überschreiten darf. Betroffen von den Maßnahmen sind vor allem Reisende, die ihr Gepäck für einen Kurztrip von zwei, drei Tagen nicht aufgeben, sondern in die Kabine mitnehmen.

Die Debatte um die Nachlässigkeit der Sicherheitsdienste wird auch mit technischen Argumenten geführt. Dies vor allem in London, wo ein Flugzeugattentat mit Flüssigkeiten geplant worden sein soll, das wiederum als Auslöser der jetzt verschärften Sicherheitsbestimmungen gilt. In einem ersten Test wird das Scannersystem der Oxforder Firma ThruVision ausprobiert. Bei ihm kommen Spezialkameras zum Einsatz, die die Personen im Vorfeld der eigentlichen Gepäckkontrolle erfassen und Waffen, aber auch Chemikalien und Drogen aus einiger Entfernung aufspüren sollen. Das im Terahertz-Bereich arbeitende System kann nach Darstellung von ThruVision aus der Entfernung Semtex oder Kokain einwandfrei von Knetgummi oder Zucker unterscheiden. Für die Kameras soll es dabei egal sein, ob die Waffen und Sprengstoffe in der Kleidung oder im Handgepäck versteckt sind. (Detlef Borchers) / (jk)