Schule unterwegs: Konferenztechnik im Unterricht
"Der Unterricht wird zum Lokaltermin": Die Wunschvorstellung aus Erich Kästners "Fliegendem Klassenzimmer" ist im digitalen Zeitalter angekommen. Das europäische RAFT-Projekt hilft Schulen bei virtuellen Exkursionen.
Was Erich Kästner in seinem "Fliegenden Klassenzimmer" als Wunschvorstellung verankert hat, lässt sich heute durch Kommunikationstechnik zumindest virtuell umsetzen: "Der Unterricht wird zum Lokaltermin." Portable Konferenzsysteme gestatten Schülern Einblicke in sonst unzugängliche Bereiche. Ein in dieser Hinsicht viel versprechender Ansatz ist innerhalb des RAFT-Projekts (Remote Accessible Field Trips) der europäischen Kommission entwickelt worden, bei dem zahlreiche Schulen, Hochschulen, Soft- und Hardware-Entwicklungsunternehmen zusammenarbeiten.
RAFT fördert "authentische" Lernsituationen außerhalb des Klassenraums. Unterstützt von portabler Internet-Konferenztechnik gehen kleine Exkursionsteams auf die Reise und versorgen den Klassenraum interaktiv mit Informationen. Auf diese Weise werden auch die zu Hause Gebliebenen in den Informationsprozess eingebunden, können Fragen stellen oder direkt Bezug auf das Gezeigte nehmen.
Auf diese Weise lassen sich etwa virtuelle Besuche von Schulklassen in sicherheitsrelevanten Bereichen verwirklichen. Auch Vor-Ort-Gespräche mit Experten, wie sie etwa Schüler des Berufskollegs Barmen jüngst im Bereich IT-Services & Innovation des TÜV Rheinland geführt haben, wären für Klassengemeinschaften ansonsten schwierig bis unmöglich. RAFT unterstützt aber nicht nur die Exkursion an sich, sondern bietet auch die Möglichkeit der Verwertung und Aufbereitung des entstandenen Materials in einer virtuellen Lernumgebung. So bleiben die Ergebnisse einer Exkursion auch künftig für weitere Schüler nutzbar. (uh)