Schlechtere Schulleistungen durch TV-Geräte und Spielekonsolen in Kinderzimmern

Nach einer vom Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KNF) durchgeführten Studie hängen schlechte Schulleistungen mit extensiver Mediennutzung eng zusammen.

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Von
  • Florian Rötzer

Nach einer vom Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KNF) durchgeführten Studie hängen schlechte Schulleistungen mit extensiver Mediennutzung zusammen. Für die Studie, die Christian Pfeiffer und sein Team durchgeführt haben, wurden im Jahr 2005 17.000 Neuntklässler und 4.000 Viertklässler zu ihrer Mediennutzung befragt.

Einer der Kernpunkte der Studie war das in der PISA-Untersuchung festgestellte Auseinanderklaffen der Leistungen zwischen Mädchen und Jungen. Hatten 1990 noch etwa gleich viele junge Frauen und Männer das Abitur gemacht, so ergab sich 2004 bereits ein Verhältnis von 57 zu 43 zugunsten der jungen Frauen. Mädchen der vierten Klasse haben, lautet ein Ergebnis der Studie, sehr viel weniger Bildschirmgeräte in ihren Zimmer als Jungen. Besonders bei Spielekonsolen wird dies deutlich. Während 38,1 Prozent der Jungen Spielekonsolen in ihren Zimmern haben, sind es nur 15,6 Prozent der Mädchen.

Wenn man die Ergebnisse so wie Christian Pfeiffer interpretieren will, zeigt sich an der Ausstattung mit Geräten auch das in der PISA-Untersuchung festgestellte Gefälle zwischen südlichen und nördlichen Bundesländern. Viertklässler aus München, Schwäbisch-Gmünd und Stuttgart haben im Unterschied zu denjenigen aus Kassel, Oldenburg und Dortmund weniger Fernsehgeräte und Spielekonsolen in ihren Zimmern. Die Ausstattung ist überdies abhängig vom Bildungsniveau der Eltern. Je schlechter ausgebildet diese sind, desto eher haben die Kinder Bildschirmgeräte in ihren Zimmern, besonders auffällig ist dies bei Fernsehgeräten und Spielekonsolen.

Kinder ohne eigenen Fernseher schauen durchschnittlich an einem Wochentag 70 Minuten in die Glotze. Wer dagegen einen Fernseher im eigenen Zimmer hat, sitzt schon mehr als zwei Stunden davor; zudem sehen diese Kinder doppelt so oft Filme, die erst ab 16 Jahren freigegeben sind. Viertklässler mit eigener Spielkonsole spielen täglich durchschnittlich 50 Minuten, 20 Minuten mehr als die anderen Kinder. An Wochenenden treten diese Phänomene noch deutlicher zu Tage. Zudem spielen Kinder mit eigener Konsole viermal so häufig Spiele, die ab 16 oder ab 18 Jahren freigegeben sind.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Pfeiffer das Ergebnis der Studie: "Je mehr Zeit Kinder mit Computerspielen verbringen und je brutaler die Inhalte sind, desto schlechter sind die Schulnoten. Dies betrifft vor allem die Jungen, weil sie doppelt bis dreimal so viel spielen und brutalere Inhalte bevorzugen. Besonders Jungen aus sozialen Randlagen sind gefährdet."

Siehe dazu auch in Telepolis: (fr)