Neue übergreifende Medienausbildung beginnt in Leipzig

Mit einem neuen Ausbildungsprogramm möchte Leipzig den Sprung an die Spitze der deutschen Medienstandorte schaffen.

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  • dpa

Mit einem neuen Ausbildungsprogramm möchte Leipzig den Sprung an die Spitze der deutschen Medienstandorte schaffen. Die beiden jeweils viersemestrigen Studiengänge "Technologies of Multimedia Production" und "Web Content Management" seien von Konzeption und Inhalt her einmalig in Deutschland, sagte der Sprecher des Projektrates Masterprogramm Medien Leipzig, Gerhard Heyer, am Mittwoch in Leipzig. Am Abend wurde der Grundstein für einen Neubau gelegt, der bis 15. August nächsten Jahres fertig gestellt sein soll.

Finanziert wird der rund sechs Millionen Euro teure Campus von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Inhaltlich betreut wird das Projekt von der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Die Anschubfinanzierung tragen Bund und Land. "Dieser Campus ist ein wesentliches Element für einen zukunftsweisenden Medienstandort, der noch stärker als bisher zu einem Magneten für Medienschaffende werden soll - nicht nur aus Deutschland", sagte Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee. Bereits heute gebe es in Leipzig 35.000 Arbeitsplätze in der Medienbranche.

Das 10.000 Euro teure Aufbaustudium ist Heyer zufolge vor allem für Medienschaffende mit ersten Berufs- und Studienerfahrungen ausgelegt und berufsbegleitend konzipiert. Im Mittelpunkt stünden die Vermittlung von technisch-gestalterischen Web-Grundlagen, Medienrecht und -wirtschaft sowie journalistisches Arbeiten. Die mit dem "Master of Science" endende Ausbildung ist nach den Worten von Universitätsrektor Franz Häuser eine Ergänzung zur Hochschule. "In den Kommunikationswissenschaften kommen auf einen Studienplatz 100 Bewerber", sagte er. Gleichzeitig soll der neue Campus unter der Woche für Hochschul-Veranstaltungen offen stehen und so die chronische Raumnot lindern helfen.

"Das Internet bietet noch viele Möglichkeiten, die längst nicht ausgeschöpft sind. Wir befinden uns bislang in einer Art Probephase -- ähnlich vor rund 120 Jahren, als der Rotationsdruck eingeführt wurde", sagte Journalistik-Professor Michael Haller. Er ist für den Studiengang "Web Content Management" zuständig und wird auch mit dem von ihm geleiteten Institut für praktische Journalismusforschung den Campus nutzen. Die Bewerbungsfrist für den ersten Jahrgang endet am 31. August. Die Sparkasse lobt vier mit jeweils 5000 Euro dotierte Stipendien aus. (dpa) / (jk)