Microsoft gewinnt Großauftrag für Windows Mobile 5
"Bislang hatte Blackberry den Markt für sich allein", meinte ein Microsoft-Manager zu einem Großauftrag für Geräte mit Windows Mobile. Allerdings will das US-amerikanische Census Bureau die Push-Funktion für E-Mail bei Windows Mobile 5 gar nicht nutzen.
Microsoft hat für sein Pocket-PC- und Smartphone-Betriebssystem Windows Mobile 5 einen Großauftrag an Land gezogen; der Konzern will mit dem System den Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) herausfordern. Der Softwarekonzern werde den Vertrag mit der US-Bundesbehörde für Bevölkerungsstatistik für die Ausstattung von 500.000 Geräten am Mittwoch bekannt geben, hieß es in einem dpa-Bericht.
Windows Mobile 5 zeichnet sich in Kombination mit dem Messaging and Security Feature Pack unter anderem durch die Möglichkeit aus, E-Mails direkt auf das Handy durchzuleiten, bisher eine Domäne des Blackberry-Dienstes. Allerdings dürfte der Vertrag mit dem Census Bureau die Manager von RIM nicht wirklich nervös machen: Die US-Behörde hat sich nicht wegen der Push-Funktion für E-Mail für Geräte mit Windows Mobile 5 entschieden, berichtet Dow Jones Newswire. Die Handhelds sollen während der Volkszählung 2010 in den USA eingesetzt werden – die von HTC produzierten Geräte werden laut Census Bureau weder Funktionen zum Mobiltelefonieren noch für E-Mail aufweisen. Auch hat Blackberry-Hersteller RIM zwar wohl die Ausschreibungsunterlagen für den Auftrag angefordert, sich aber dann nicht an der Ausschreibung beteiligt.
Trotz des geplanten eingeschränkten Einsatzgebietes der Geräte, den das Census Bureau vorsieht, meinte Microsoft-Manager Pieter Knook gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg: "Bislang hatte Blackberry den Markt für sich allein. Die Landschaft hat sich jetzt verändert." Besonders in Behörden, Institutionen und großen Unternehmen hatte bislang RIM seinen mobilen Blackberry platzieren können. Das Gerät war lange Zeit das einzige, das mittels Push-Dienst automatisch E-Mails empfangen konnte. Im Frühjahr 2005 hatte Microsoft dann sein Betriebssystem Windows Mobile 5 vorgestellt, das unter anderem ebenfalls den E-Mail-Dienst über Push-Technik unterstützt.
Finanzielle Einzelheiten des neuen Microsoft-Vertrags wurden nicht genannt. Microsoft erwarte innerhalb von drei Jahren einen Umsatz von einer Milliarde Dollar mit Windows-Mobile-Geräten gegenüber 337 Millionen Dollar im vergangenen Jahr, hieß es. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDC könnte der Software-Riese den Absatz der Geräte jeweils in jedem der beiden kommenden Jahre verdoppeln. Allerdings käme Microsoft damit auf lediglich 13 Prozent des Marktes für Geschäfts- und Endkunden. RIM, sagte IDC-Analyst Kevin Burden, biete mit seinem Blackberry noch immer die Unternehmenslösung, an der sich andere messen müssten. (jk)