Bouygues Telecom startet mit Push-to-Talk in Frankreich
Der französische Mobilfunker Bouygues Telecom bietet als Erster in Frankreich Push-to-Talk an -- die Infrastruktur liefert Motorola.
Motorola und Bouygues Telecom starten ihr Angebot Push-to-Talk over Cellular (PoC). Laut einer heute verbreiteten Pressemitteilung ist Bouygues damit der erste französische Mobilnetzbetreiber, der Push-to-Talk anbietet. Zunächst richtet sich das Angebot an Geschäftskunden.
Als Basis für Push-to-Talk dient bei Bouyges die von Motorola entwickelte IMS-Plattform (IP Multimedia Subsystems), die auch für weitere "Push-to"-Anwendungen wie Push-to-Text, Push-to-View oder Push-to-Video verwendet werden soll. Diese Technik ist laut Motorola netzübergreifend, so dass auch andere Handyhersteller und Software-Entwickler sie als Lizenznehmer nutzen können. Die IMS-Plattform ist eine Netzwerkkarte, mit der nach Auskunft eines Sprechers von Motorola auch die GSM/GPRS-Sendeanlagen anderer Hersteller ausgerüstet werden können. Dies erscheint notwendig, da die meisten Carrier ihre Infrastruktur von verschiedenen Ausrüstern beziehen ("Multi Vendor Strategy").
Die Nutzer von Push-to-Talk müssen sich hingegen bislang damit begnügen, dass die heute verfügbaren Endgeräte verschiedener Hersteller nur beschränkt interoperabel sind. PoC-Funktionen wie der Aufbau von Gesprächsgruppen sind einerseits möglich, wenn alle Gruppenmitglieder Handys von Motorola, Siemens oder Sony Ericsson benutzen. Andererseits bleiben Nokia-Handys noch außen vor, dafür können diese zurzeit schon mit Samsung-Handys via PoC kommunizieren. Derzeit ruhen die Hoffnungen der Anwender und Netzbetreiber darauf, dass die Handy-Hersteller innerhalb der Open Mobile Alliance (OMA) bis zum Jahresende einen gemeinsamen Standard verabschieden, der Push-to-Talk zwischen allen dann OMA-konformen Handys ermöglichen soll.
Zum Jahreswechsel will auch T-Mobile Deutschland sein Push-to-Talk-Angebot starten, das der Carrier im Oktober auf der Jugendmesse YOU 2004 in Berlin mit Nokias Outdoor-Handy 5140 vorgestellt hatte. Eine Nokia-Sprecherin bekräftigte gegenüber heise online, dass auch ihr Unternehmen die Standardisierungsbemühungen der OMA in vollem Umfang unterstütze, um so schnell wie möglich die Barrieren zwischen den verschiedenen Herstellern zu überwinden. Hingegen habe es keinen Sinn, vor der endgültigen OMA-Standardisierung zu versuchen, die verschiedenen heute verbreiteten Vorstandard-Versionen von PoC durch weitere Zwischenlösungen auf einen Nenner zu bringen.
Bouygues Telecom hatte am 15. November 2002 i-mode gestartet und inzwischen 800.000 Kunden fĂĽr diesen Dienst gewonnen. Der Carrier sieht sich selbst als "pioneer of mobile multimedia" und hatte per Juni 2004 insgesamt 6,9 Millionen Kunden -- rund zwei Drittel von ihnen sind Vetragskunden. (ssu)