Die Lampe, die auf dich hört
Philips hat in seinem Haus für experimentelles Wohnen zwei neue Geräte zur Mensch-Maschine-Kommunikation vorgestellt: eine "anthropomorph" gestaltete Lampe und eine Katze aus postgelbem Plastik.
Philips Home Dialogue Systems (HDS) hat in seinem in Eindhoven (Niederlande) zu findenden Heimautomationsspielplatz HomeLab neue Geräte zur Mensch-Maschine-Interaktion vorgestellt. Dimi heißt das eine und ist ein smarter Kamerad, der als dem Menschen ähnliche Schnittstelle zur digitalen Welt fungieren soll. Er spricht mit seinem Gegenüber, versteht das gesprochene (englische) Wort und kann sogar Gesten und Gesichter erkennen. Fragt man ihn, wie das Wetter morgen wird ("Dimi, what will be the weather tomorrow?"), holt er die relevanten Informationen aus dem Internet und präsentiert sie in gesprochener Form. Der Vorteil: Man muss nicht mehr seinen Rechner anwerfen, um festzustellen, dass der Freitag in Eindhoven leicht bewölkt bei bis zu 28 Grad Celsius wird -- oder gar auf den nächsten Wetterbericht in Radio oder TV warten. "Dimi, bitte zeig mir die Bilder von Weihnachten 2004": Der Smart Companion kann auch die lokalen Festplatten nach Bildern, Songs und Filmen durchsuchen, um sie im voll vernetzten Heim auf Monitor, Hifi-Anlage oder Fernseher wiederzugeben.
Harry Angenent, Marketing- und Vertriebschef bei Philips HDS, will mit dem Smart Companion die Lücke zwischen Bewohner und Haustechnik schließen: "Weil er so menschenähnlich ist, verhalten sich die Anwender so, als ob sie mit einem Freund sprechen würden." Was Philips als anthropomorphes Design bezeichnet, ist optisch allerdings näher an einer modernen Lampe als an einer menschenähnlichen Gestalt. Und so spricht man doch wieder mit einer Maschine -- auch wenn sie ergänzend zur Sprachausgabe mit Nickbewegungen und Farbveränderungen antworten kann und sogar Herrchen und Frauchen hinterherschaut, während sie durch die Wohnung spazieren.
Nach Angaben von Philips wird Dimi allerdings nicht in den Regalen der Fachmärkte zu finden sein, sondern sich nur über lizenzierte Dritte beziehen lassen, die den smarten Kameraden auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zuschneiden und als eigene Lösung auf dem Markt einführen.
Auf weniger Zuspruch bei den HomeLab-Besuchern ist die andere Neuerung der HDS-Sparte gestoßen: die multi-modale iCat. Ebenfalls als experimentelle Mensch-Maschine-Schnittstelle konzipiert, soll sie den Nutzer emotional noch stärker an sich binden können als Dimi. Studien hätten ergeben, meint man bei Philips, dass das Programmieren eines Videorecorders mit Hilfe der mimikreichen Katze spürbar effektiver und mit deutlich mehr Freude vonstatten geht als mit der herkömmlichen Methode über eine Fernbedienung. Aber damit nicht genug: Im HomeLab hat die Katze ihrem Eigentümer auch schon als Ernährungsberater beiseite gestanden, damit der nicht immer die gleichen fetten Speisen zubereitet, sondern auch mal etwas Gesundes. Zurzeit ist iCat nur als Prototyp zu bekommen. Anders als Dimi soll sie später auch für den Endkunden zu haben sein. (ola)