SIIA verfolgte 2005 rund 300 Fälle von Software-Piraterie in Unternehmen

Tipps bekommt der Dachverband der US-amerikanischen Software- und Informationsindustrie vor allem von ehemaligen Mitarbeitern, die ihren Ex-Arbeitgeber nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen bei der SIIA verpfeifen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der Dachverband der US-amerikanischen Software- und Informationsindustrie SIIA hat eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr 272 Fälle von Software-Piraterie im Unternehmensbereich verfolgt. Insgesamt seien 366 Anzeigen zu Firmen eingegangen, die Programme genutzt haben sollen, ohne dafür die entsprechenden Lizenzen zu besitzen, heißt es im "AntiPiracy Year End Report" für das Jahr 2005 (PDF-Datei). Ein Großteil (75 Prozent) der Tippgeber nahm dabei das Ausscheiden aus einem Unternehmen zum Anlass, den einstigen Arbeitgeber bei der SIIA zu verpfeifen. In 13 Fällen zahlte der Branchenverband dafür Belohnungen, die bis zu 200.000 US-Dollar betragen können.

Am häufigsten sparten die aufgeflogenen Unternehmen bei Server-Lizenzen (42 Prozent), gefolgt von Sicherheits-Software (35 Prozent), Mapping-Anwendungen (32 Prozent) und CAD-Programmen (29 Prozent). Hinsichtlich ihrer Branchenzugehörigkeit seien keine besonderen Auffälligkeiten festzustellen gewesen, erläuterte SIIA-Manager Keith Kupferschmid gegenüber US-Medien – lediglich, dass im vergangenen Jahr viele Firmen aus dem produzierenden Gewerbe dabei gewesen seien. "Sonst sind unsere Problemfälle eigentlich vor allem Firmen aus der Gesundheits- und der Versicherungsbranche."

Die SIIA habe im vergangenen Jahr zudem zur Verurteilung von drei Personen beigetragen, denen massive Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen wurden, hieß es weiter. Eine dieser Personen sei zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 1,1 Millionen US-Dollar verurteilt worden, weil sie illegal kopierte PC-Programme und -Spiele über das Internet verkauft hatte. In einem anderen Fall müsse der Verurteilte sogar 5,5 Millionen US-Dollar zahlen und erwarte nun ebenfalls eine Gefängnisstrafe. "Derzeit bereiten wir jeden Monat im Schnitt drei Anzeigen gegen professionelle Software-Piraten vor", erklärte Kupferschmid. (pmz)