Erfolg und Misserfolg bei Satelliten-Transport

Die indische Raumfahrtorganisation ISRO und der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat haben über Weihnachten Trägerraketen gestartet, die Kommunikationssatelliten ins All transportieren sollten – mit unterschiedlichem Ergebnis.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die indische Raumfahrtbehörde ISRO (Indian Space Research Organisation) und der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat haben über Weihnachten Trägerraketen gestartet, die Kommunikationssatelliten ins All transportieren sollten – mit unterschiedlichem Erfolg: Während Eutelsat sich über eine gelungene Positionierung des von EADS Astrium gebauten Internet-Satelliten KA-SAT freuen kann, beklagt ISRO einen Totalverlust. 47 Sekunden nach dem Start habe man die Kontrolle über die neue Trägerrakete GSLV-F06 verloren, erklärt ISRO. Grund sei ein technischer Defekt der ersten Stufe gewesen. Die Rakete sollte eigentlich den TV- und Kommunikationssatelliten GSAT-5P ins All transportieren, sei dann aber sicherheitshalber gesprengt worden, nachdem sie vom vorgesehenen Kurs abgekommen war.

Anspannung herrschte auch im kasachischen Kosmodrom Baikonur, wo am Sonntagabend der erste Start einer Proton-M-Trägerrakete nach dem Unglück von Anfang Dezember auf dem Programm stand. Damals verlor Russland drei Satelliten für das eigene Navigationssystem GLONASS (Globalnaya Navigatsionnaya Sputnikovaya Sistema). Jüngsten Angaben zufolge soll die Rakete mit zu viel Treibstoff betankt worden sein. Der jetzt erfolgreich ins All transportierte Eutelsat-Satellit soll mehr als eine Million Haushalte in entlegenen Regionen Europas mit Hochgeschwindigkeits-Internet versorgen. Allein in Deutschland hofft Eutelsat auf 200.000 Kunden. KA-SAT soll (theoretische) Download-Raten von zehn MBit/s und Upload-Geschwindigkeiten bis vier MBit/s bieten. (pmz)