Kosten für virtuellen Arbeitsmarkt steigen weiter [Update]

Die Bundesagentur für Arbeit begründet die neuerliche Kostenüberschreitung mit Nachrüstungen, die im Zusammenhang mit den jüngsten Arbeitsmarktreformen erforderlich seien.

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  • dpa

Der Aufbau eines elektronischen Jobvermittlungssystems in den 180 deutschen Arbeitsagenturen wird nun doch teurer als geplant. Die ursprünglich veranschlagten Kosten für den so genannten Virtuellen Arbeitsmarkt von 163 Millionen Euro würden in zweistelliger Höhe überschritten, teilte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit (BA) heute mit. Die genauen Zusatzkosten würden derzeit geprüft. Er bestätigte damit Informationen des Wirtschaftsmagazins Impulse.

Nach einer überraschend bekannt gewordenen Kostensteigerung im März hatte BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärt, es werde bei den 163 Millionen Euro bleiben. Ursprünglich hatte das neue Computersystem für die rund 24.000 Vermittler in den Arbeitsagenturen nur etwa 60 Millionen Euro Kosten sollen. Das System soll die veraltete EDV ersetzen. Bestandteil des Virtuellen Arbeitsmarkt ist außerdem die Modernisierung der Internet-Stellenbörse für Arbeitslose und Unternehmen.

Ein BA-Sprecher begründete die neuerliche Kostenüberschreitung mit Nachrüstungen, die im Zusammenhang mit den jüngsten Arbeitsmarktreformen erforderlich seien. Die im März in dieser Form noch nicht absehbare Verschmelzung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe mache zahlreiche Ergänzungen erforderlich. Die Kosten dafür trage allerdings der Bund, der für die Betreuungskosten der Arbeitslosengeld-II-Empfänger aufkommen müsse. Auch das neue Zuwanderungsgesetz mache Anpassungen nötig.

Update:

Der Vorsitzende des BA-Verwaltungsrates, Peter Clever, betonte, der Kostenrahmen von 163 Millionen Euro für das Projekt bleibe im Kern unverändert. Dies habe ihm der BA-Vorstand noch einmal ausdrücklich versichert, sagte Clever der dpa. Die zusätzlichen Kosten seien durch Neuregelungen für das Arbeitslosengeld II verursacht, die mit der eigentlichen Funktion des virtuellen Arbeitsmarktes nichts zu tun hätten. Mehrkosten wären auf den entschiedenen Widerstand des Verwaltungsrat gestoßen. (dpa) / (anw)