Philips profitiert von Anteilsverkäufen

Wachstum bei Medizin- und Lichttechnik wurden beim niederländischen Elektronikkonzern durch Rückgänge bei Halbleitern und Probleme bei LG.Philips Displays konterkariert.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der niederländische Elektronikkonzern Philips konnte seinen Nettogewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs deutlich steigern von 616 Millionen Euro im gleichen Vorjahresquartal auf nunmehr 983 Millionen Euro. Die Gewinnsteigerung geht aber allein auf Sondereinnahmen zurück: Der Verkauf von Philips-Anteilen an Navteq brachte einen steuerfreien Erlös von 753 Millionen Euro. Navteq liefert nach eigenen Angaben unter anderem die digitalen Kartendaten für die meisten Auto-Navigationssysteme, die in Europa und den USA verkauft werden; Philips hatte angekündigt, sich komplett von der Tochter trennen zu wollen.

Sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Umsatz musste Philips Federn lassen. Der Umsatz ging um 3 Prozent auf 7,087 Milliarden Euro zurück, unter Ausschluss von Währungseffekten sank der Umsatz immer noch um 1 Prozent. Der operative Gewinn sank im Jahresvergleich von 356 Millionen auf 147 Millionen Euro. Sowohl die Medizin- als auch die Lichttechnik konnte gutes Wachstum verzeichnen, hieß es bei Philips. Dem stünden aber Rückgänge bei Halbleitern und mobilen Displays gegenüber.

Die Medizintechnik verzeichnete eine Umsatzsteigerung im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg von 132 auf 157 Millionen Euro. Die Lichttechnik steigerte den Umsatz um 3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro; der operative Gewinn sank hier allerdings von 135 auf 120 Millionen Euro. Haushaltstechnik (unter anderem Kaffeemaschinen, Staubsauger oder Küchengeräte) steigerte den Umsatz leicht um 1 Prozent auf 461 Millionen Euro, der operative Gewinn ging von 46 auf 44 Millionen Euro zurück.

Die Unterhaltungselektronik bei Philips musste einen leichten Umsatzrückgang um 1 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro hinnehmen, der operative Gewinn kletterte dagegen von 53 auf 62 Millionen Euro. Schwerer schlugen die Rückgänge in der Halbleitersparte zu Buche: Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, der operative Gewinn von 134 auf 27 Millionen Euro. Beim LCD-Jointventure LG.Philips brach der Umsatz sogar um 32 Prozent auf 588 Millionen Euro ein. Der Nettoverlust betrug 22 Millionen Euro, nachdem im gleichen Quartal des Vorjahrs noch ein Nettogewinn von 9 Millionen Euro erzielt wurde. Von dem Verlust entfallen 50 Prozent (11 Millionen Euro) auf Philips. Für das Jointventure kündigte Philips an, dass man die jüngsten Marktentwicklungen untersuchen müsse und es möglicherweise weitere Restrukturierungen geben werde. (jk)