Medion beschleunigt Programm zur Kostensenkung

Der Abwärtstrend bei dem Elektronikhändler, Hauslieferant unter anderem von Aldi für PCs und Unterhaltungselektronik, hält an; Angaben zu einem weiteren Personalabbau wollte das Unternehmen aber nicht machen.

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  • JĂĽrgen Kuri

Der Abwärtstrend bei Medion geht nach den schlechten Zahlen im zweiten Quartal auch im dritten Geschäftsquartal weiter. Der tief in die roten Zahlen gerutschte Elektronikhändler, unter anderem Hauslieferant von Aldi für PCs und Unterhaltungselektronik, will nun sein Kostensenkungsprogramm beschleunigen und verstärkt in neue Geschäftsbereiche wie den Service einsteigen. Geplant seien etwa Serviceleistungen wie der Einbau von Navigationsgeräten, kündigte Medion an.

Angaben zu einem weiteren Personalabbau wollte das Unternehmen laut dpa nicht machen. Stellen, die durch Zeitverträge oder altersbedingt wegfallen, sollen aber nicht mehr besetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen werde es jedoch nicht geben. Seit dem vergangenen Jahr hatte das Unternehmen rund 200 der weltweit 1500 Stellen gestrichen. Bereits im vergangenen Monat hatte Medion für das Gesamtjahr 2006 einen Verlust zwischen 45 bis 60 Millionen Euro angekündigt. Dabei werde der Umsatz von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro sinken. Allerdings werde ein positives operatives Ergebnis im einstelligen Millionenbereich erwartet.

Der Nettoverlust bei Medion lag in den ersten drei Quartalen bei 39,1 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 10,1 Millionen Euro in den Bilanzen stand. Im dritten Quartal kam ein Nettoverlust von 41,344 Millionen Euro zustande, nachdem Medion im gleichen Quartal des Vorjahrs noch einen Gewinn von 60 Millionen Euro machte. Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs im Jahresvergleich von 1,45 auf 1,064 Milliarden Euro zurück. Im dritten Quartal allein sank der Umsatz um 26,7 Prozent auf 234,4 Millionen Euro. Dabei haben sich nach Angaben der Firma die Auftragseingänge gegen Ende des dritten Quartals und für das vierte Quartal unter den Erwartungen entwickelt. Hauptgrund für die negative Entwicklung sei neben der Kaufzurückhaltung der Konsumenten ein anhaltender Preisverfall im IT- und Multimediamarkt. Medion habe daraufhin Abschreibungen auf Altbestände sowie Rückstellungen vorgenommen. (jk)