CES

3D flimmerfrei und preiswert

LG setzt Kontrapunkte: Als einziger unter den groĂźen Herstellern bewirbt das koreanische Unternehmen die Polarisationstechnik fĂĽr 3D-Fernseher. In Sachen Connected TV zieht LG dagegen mit der Konkurrenz an einem Strang

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Damit der Fernseher Mittelpunkt des Wohnzimmers bleibt, will auch LG seine kommenden Displays mit einem Browser, umfangreichen Suchfunktionen und komfortablen Verbindungsmöglichkeiten zu anderen Geräten ausstatten.

Das Smart-TV-Konzept ähnelt dem der anderen Hersteller. Die Fernseher nehmen per DLNA oder USB Verbindung zum PC, Smartphone oder Tablet auf, der Nutzer bewegt sich dabei auf der LG-eigenen MediaLink-Oberfläche. Auf der Startseite kann man neben dem laufenden Fernsehbild ausgesuchte Inhalte wie YouTube, Twitter oder Facebook mit einem Klick anwählen, im Bereich daneben gibt’s LG-eigene Apps (vornehmlich Spiele und Edutainment), am unteren Schirmviertel kann man die bevorzugten Anwendungen platzieren, die Suchfunktion starten und den Browser öffnen.

Bei der Bedienung setzt LG auf die Magic Motion Fernbedienung, eine Art Zauberstab mit Lage- und Bewegungssensor. Diese lag bereits LGs Highend-Fernseher LX9500 bei und soll nun zum Lieferumfang aller Smart-TVs gehören. Es gibt zwar auch eine Fernbedienungs-App, LG glaubt aber, dass die Bedienung mit seiner Smart-Funktionen mit dem Magic-Motion-Stab besser unterstützt wird.

In Sachen 3D möchte sich LG noch deutlicher vom Mitbewerb abgrenzen und setzt auf die Polarisationstechnik mit passiven Brillen. Ein großer Vorteil dieser 3D-TV-Variante liegt in der flimmerfreien Darstellung mit gleicher Helligkeit im 2D- und im 3D-Betrieb – die Flimmerfreiheit hat sich LG sogar vom TÜV Rheinland bestätigen lassen. Der große Nachteil: Die 3D-Auflösung reduziert sich auf die Hälfte der Displayauflösung. LG bewirbt die Polarisationstechnik über Aussagen wie "eine Brille für alle 3D-Displays von LG" und setzt auch auf den Gesundheitsaspekt: Eine Warnung vor dem längeren Schauen von 3D gibt das Unternehmen – bewusst – nicht aus; Samsung, Sony & Co. liefern zu jedem Fernseher eine solche Warnung mit.

Die Polarisation seiner Fernseher erzeugt LG mit einer eigenen Technik: Die "Film Patternd Retarder" genannte Schicht, die jede zweite Zeile abweichend zirkular polarisiert, wird als Folie auf das Display ausgebracht. Durch die leichten Polarisationsbrillen, die viele aus dem 3D-Kino kennen werden, sieht jedes Auge nur sein zugehöriges Stereobild. Bislang konnte nur die Firma Arisawa die Polarisationsdisplays beschichten. Mit der FPR-Technik kann LG die Polfilter-Displays jetzt in Eigenregie produzieren. Ob die 3D-TVs mit der neuen Beschichtung tatsächlich wie kolportiert weniger breite Streifen haben (die sogenannte Blackmask, um den Crosstalk zu verringern), war mangels direktem Vergleich mit einem herkömmlichen Polfilter-Display am Stand nicht auszumachen. Erste 3D-Geräte aus den Serien LW65, LW55 und LW57 sollen im März in Größen von 42 bis 55 Zoll in Deutschland erhältlich sein, zwei 32-Zöller will LG ebenfalls anbieten. Preislich werden die Polfilter-Displays nur etwas unter den bisherigen 3D-TVs mit Shutter-Technik liegen; eindeutig billiger sind indes die notwendigen Brillen.

Noch keine Serienreife haben dagegen die am Stand gezeigten autostereoskopischen Displays: Der 55-zölligen Prototyp nutzt Lentikularlinsen, um den Augen der Betrachter die stereoskopischen Ansichten in voller HD-Auflösung zuzuordnen. LG rechnet anders als Toshiba mit mindestens fünf Jahren, bis solche brillenlosen 3D-TVs in die Läden kommen. (uk)