Videobranche klagt über Preisrückgang bei DVDs

Neben dem Preisverfall und illegalen Kopieren von DVDs macht der Bundesverband audiovisuelle Medien ein "schlechtes Kinojahr" für Umsatzrückgänge bei gestiegenen verkauften DVD-Stückzahlen verantwortlich.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die Videobranche trauert sieben fetten Jahren nach: Der Boom scheint vorbei, mit dem Verkauf und Verleih von DVDs und Videokassetten setzte die Branche im vergangenen Jahr 1,69 Milliarden Euro um verglichen mit 1,747 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Auch im laufenden Jahr sei mit einer Konsolidierung des Marktes zu rechnen, hieß es beim Bundesverband audiovisuelle Medien (BVV) in Ergänzung zu den Umsatzzahlen, die in Grundzügen bereits im Februar bekannt wurden. Eine vergleichbare Umsatzentwicklung hatten Marktforscher bereits für den gesamten europäischen Markt festgestellt.

Zwar kauften die Verbraucher in Deutschland mehr als 104 Millionen Bildtonträger und damit so viele wie noch nie. Der durchschnittliche Preis der Bildtonträger ging jedoch von 13,96 Euro auf 13,09 Euro zurück, sodass die Branche nicht wachsen konnte. Für die Filmwirtschaft ist die Vermarktung auf DVD längst wichtiger als die Einspielergebnisse der Kinos. Die DVD-Einnahmen sind mehr als doppelt so hoch wie die Kino-Umsätze. Die VHS-Videokassetten spielen fast keine Rolle mehr und haben einen Anteil von drei Prozent an den Umsätzen. Nach Stückzahlen aber gab es bei den DVDs erneut ein Rekordjahr: Nach 90,2 Millionen verkauften DVDs im Jahr 2004 stieg der Absatz nach Stückzahlen im Jahr 2005 erneut um 9,5 Prozent auf 98,7 Millionen DVDs. Von VHS-Videokassetten wurden noch 5,6 Millionen Stück verkauft.

Neben dem Preisverfall leidet die Videowirtschaft unter dem schwachen Kinojahr 2005 – und macht, wie schon gewohnt, auch die illegale Vervielfältigung von Filmen für die Rückgänge bei den Gesamtumsätzen verantwortlich. "Die Vermarktung der bereits im Kino nicht so erfolgreichen Filme wird die DVD-Programmanbieter vor große Herausforderungen stellen", heißt es laut dpa bei dem Verband in einer kritischen Einschätzung der von den Studios 2005 vorgelegten Filmen. "Die Fußball-WM wird der Filmbranche aller Voraussicht nach ebenfalls nicht unbedingt positive Impulse verleihen." Auf der anderen Seite gebe es durch die WM eine überdurchschnittliche Nachfrage nach Heimkinosystemen, die später zu vermehrtem Filmkonsum genutzt würden. Auch das Kinoprogramm sei 2006 attraktiver als im Vorjahr. (jk)