Atari nach Schlankheitskur mit schmalem Profit

Nach dem Verkauf zahlreicher Entwickler weist die Computerspiel-Ikone einen kleinen Gewinn aus und kann sich wieder etwas Luft verschaffen.

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Die angeschlagene Computerspiel-Ikone Atari konnte im abgelaufenen zweiten Quartal ihres Geschäftsjahres zwar einen kleinen Gewinn verbuchen, darf sich aber noch nicht zufrieden zurücklehnen. Bei einem im Vergleich zum Vorjahr von 38,4 Millionen auf 28,6 Millionen US-Dollar geschrumpften Umsatz weist das Unternehmen einen Gewinn von 300.000 US-Dollar aus, im gleichen Quartal des vergangenen Jahres stand noch ein Verlust von 25,2 Millionen unter dem Strich. Umgerechnet auf die Einzelaktie fällt in diesem Quartal kein Gewinn oder Verlust an, im Vorjahreszeitraum hatte Atari noch 0,20 US-Dollar Verlust pro Anteilsschein ausgewiesen. Im bisherigen Jahresverlauf ist Atari zwar immer noch mit 6,8 Millionen in den Miesen, der Verlust des ersten Halbjahres ist gegenüber einem Minus von 58 Millionen US-Dollar im Vorjahr deutlich zurückgegangen.

Dafür sind im wesentlichen die Verkäufe eigener Entwicklungsstudios und ein selbst auferlegtes Restrukturierungsprogramm zur Kostenreduktion verantwortlich. Atari hat sich in den vergangenen Monaten von den Studios Reflections Interactive ("Driver"), Shiny Entertainment ("Matrix") und dem australischen Melbourne House getrennt. "Wir verfolgen weiter unsere Pläne", erklärte der neue Atari-Chef David Pierce. Mit dem Verkauf von Shiny sei der Umbau der internen Entwicklung abgeschlossen, zudem trage das Sparprogramm erste Früchte, die operativen Kosten seien um fast ein Drittel gesenkt worden.

Zumindest hat Atari wieder etwas Luft. Das zuletzt mit Liquiditätsproblemen behaftete Unternehmen erhält für drei Jahre einen neuen Kredit über 15 Millionen US-Dollar und kann damit den kurzfristigen Finanzbedarf decken. Eine bereits angekündigte Aktienzusammenlegung soll nun noch den Kurs stabilisieren und einem Ausschluss vom Handel an der US-Technologiebörse NASDAQ vorbeugen. Ataris weitere Hoffnungen liegen jetzt auf der Feiertagssaison. Im Weihnachtsgeschäft möchte das Unternehmen mit neuen Titeln wie "Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi 2" für Nintendo Wii glänzen. (vbr)