Premiere bietet Receiver für interaktive TV-Dienste an
Mit rückkanalfähigen Hybrid-Boxen für DVB und IPTV will der Pay-TV-Anbieter seine Kunden für künftige interaktive Dienste ausrüsten.
Der Münchener Pay-TV-Anbieter Premiere führt ab sofort eine neue Settop-Boxen-Generation ein. Bei den neuen Empfängern handelt es sich um den Kabel-Receiver DCB-I560G von Samsung und den Satellitenempfänger DIS2221 aus dem Hause Philips. Darüber hinaus kündigt Premiere ein weiteres Gerät von Thomson an.
Die von dem Unternehmen als "Premiere Interaktiv-Receiver" bezeichneten Receiver besitzen einen integrierten Netzwerkanschluss und sind damit rückkanalfähig. Neben herkömmlichen DVB-Signalen verstehen sie sich auch auf IPTV-Übertragungen. Laut Premiere seien die Receiver damit für die Nutzung zukünftiger interaktiver Dienste und Angebote geeignet. Möglich wäre beispielsweise die Bestellung von Pay-per-View-Filmen aus dem Premiere-Direkt-Portal per Knopfdruck auf der Fernbedienung. Die Receiver könnten die für Freischaltung und Abbuchung notwendige Verbindung via DSL-Anschluss selbst herstellen – der bisherige Umweg über das Telefon entfiele damit.
Bereits Mitte des Jahres hatte Premiere angekündigt, mit neuen Settop-Boxen eine interaktive Plattform aufbauen zu wollen. Damit wäre in der Zukunft ein "echtes" Video-on-Demand-Angebot via IPTV möglich. Die bisherige Beschränkung auf feste Startzeiten bei Bestellfilmen entfiele gänzlich. Einen ersten Schritt, flexible Startzeiten zu ermöglichen, unternahm der Pay-TV-Sender bereits mit dem im vergangenen Sommer gestarteten "Premiere Direkt+". Hierbei überspielt der Sender nach dem Push-Verfahren Filme auf die Festplatten der Receiver, die die Zuschauer gegen Gebühr gesondert freischalten lassen können.
Im Vergleich zu bisherigen Premiere-Receivern soll der elektronische Programmführer (EPG) der neuen Settop-Boxen deutlich komfortabler und flexibler sein: Neben einer Timer-, Programmier- und Erinnerungsfunktion bietet der EPG eine integrierte Suche nach Sendungen, Kanälen oder Genres.
Auf integrierte Festplatten zum digitalen Aufzeichnen müssen die Anwender jedoch verzichten. Die neuen Receiver will Premiere in Verbindung mit der Premiere 5er-Kombi mit einer Laufzeit von 24 Monaten für einen Euro anbieten. Auf Wunsch lassen sich die Geräte auch für fünf Euro pro Monat mieten. (spo)