U.S. Navy wirbt Teenager mit Computerspiel

Ein über das Internet vertriebener kostenloser Unterwasser-Shooter soll Teenager für die U.S. navy begeistern.

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Die U.S. Navy hat ein Computerspiel entwickelt, um Jugendlichen die Vorzüge ihrer Organisation nahe zu bringen. Der kostenlos über das Internet angebotene Unterwasser-Shooter Navy Training Exercise -- Strike Retrieve soll -- so die offizielle Beschreibung -- "junge Menschen herausfordern, ihre Entscheidungsfähigkeit, die Hand-Auge-Koordination und ihr Ressourcen-Management zu verbessern und ihnen dabei vermitteln, welche Möglichkeiten und Angebote die U.S. Navy bietet". So kann der Spieler von der Internetseite des Spiels weitere Informationen über die Navy anfordern und sich gezielt über Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten informieren.

Ursprünglich sollte das von der Werbeagentur Campbell-Ewald und dem Software-Entwickler Whatif Productions produzierte Spiel auch sechs- bis zehnjährige Kinder ansprechen. Die ESRB gab den Titel aber erst ab 13 Jahren frei.

Anders als das Werbespiel der US-Armee America's Army ist Strike Retrive jedoch keine authentische Kriegssimulation, sondern ein einfaches Ballerspiel, bei dem der Spieler ein U-Boot durch ein Unterwasser-Labyrinth steuert und ein Flugzeugwrack finden muss. Dabei wird er von zahlreichen Unterwasserdrohnen angegriffen, die er mit einer Laserkanone abschießen kann. Aus dem Off erhält der Spieler Anweisungen von einem Navy-Offizier, der ihm erklärt, was er als Nächstes zu tun habe.

Im derzeitigen Status dürfte die Werbewirkung für die U.S. Navy allerdings gering sein. Ein kurzer Test offenbarte grobe Fehler in der Steuerung, durch die das Boot sprunghaft die Richtung änderte. Die im Spiel erzielten Punkte werden an einen Server der Navy übermittelt, der eine Statistik aller bisher gespielten Missionen anzeigt.

Laut Angaben der Navy sollen die Daten jedoch anonym übermittelt werden und Rekrutierungsoffiziere erst dann mit dem Spieler in Kontakt treten, wenn dieser dies wünscht. Datenschützer dürften dieses Versprechen wohl gerne genauer kontrollieren: Das US-Militär war immerhin in letzter Zeit in die Kritik geraten, weil angesichts nicht erreichter Rekrutierungsplanzahlen unter Jugendlichen ein kommerzielles Datamining-Unternehmen beauftragt wurde. Es soll eine Datenbank anlegen, in der persönliche Informationen zu allen Highschool-Schülern der USA im Alter von 16 bis 18 Jahren sowie allen amerikanischen Studenten gespeichert sind. (hag)