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Größenverhältnisse
http://htwins.net/scale/index.html
Schon in unserem Sonnensystem sind die Größenverhältnisse unübersichtlich. Physiklehrer hantieren da gerne mit Erbsen, Fußbällen und Fußballfeldern, um die Relationen begreiflich zu machen. Cary und Michael Huang gehen noch einen Schritt weiter: In einer liebevoll gestalteten Flash-Animation zappen sie sich durch alle Zehnerpotenzen der Größenverhältnisse der von uns erfahrbaren Welt, von 930 Yottametern, dem Durchmesser des Universums, bis zur Planck-Länge mit 10–35 Metern.
Zahllose Objekte tauchen bei der Reise durch die Längeneinheiten auf: Galaxiencluster, Riesensonnen, kleinere Monde, der Eiffelturm, eine Boeing 747. Ohne Bruch geht es mit mikroskopischen Objekten weiter: Ameisen, Reiskörnern, Blutkörperchen, Viren, hochintegrierte Transistoren, ein DNA-Strang, Atome, Elektronen, Quarks und Neutrinos. Ein wenig Zeit und eine ruhige Hand zur Betätigung des Größenschiebers sind unerlässlich, dafür erhält man einen Blick aufs Universum, den Bücher so nicht geben können. (uma)
Bulle, Bär und DAX
www.cognitrend.de/de/dax.php
www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=176
Wenn die Börse haussiert, haben die Bullen die Oberhand. Die Bären hingegen treiben die Kurse in die andere Richtung. Einmal wöchentlich befragt die Deutsche Börse AG institutionelle Investoren nach ihrer Einschätzung der aktuellen Lage. Aus der Gesamtzahl der Teilnehmer und der Differenz aus Bullen und Bären wird dann der DAX-Bull-Bear-Index mit einem gewichteten Verfahren berechnet. Cognitrend veröffentlicht das Ergebnis als prägnantes Balkendiagramm, aus dem sich etwa Trendwenden ablesen lassen.
Da aber auch noch ein paar andere Einflussgrößen auf die Märkte sowie die spezielle Einzelentwicklung im Bullen- und Bärenlager zu berücksichtigen sind, um daraus eine passable Vorhersage ableiten zu können, stellt Cognitrend auf den Seiten der Börse Frankfurt unter dem Titel „DAX-Sentiment“ einen professionellen Kommentar online, der die Änderungen im Verlauf analysiert. Auf derselben Seite finden sich übrigens auch ein wöchentlicher Kommentar zum TecDAX sowie der IPO-Indikator, eine quartalsweise Bewertung der Neuemissionsaktivitäten. (Tobias Engler/jo)
Bodybrowser
http://bodybrowser.googlelabs.com
Auf Googles Experimentierplattform „Labs“ demonstriert der Konzern derzeit, was er mit HTML 5 Canvas anzustellen vermag. Der Bodybrowser zeigt eine 3D-modellierte Person, die sich im Browser in alle Richtungen drehen und zoomen lässt. Mit einem Schieberegler kann der Nutzer nun Schicht für Schicht den Körper freilegen, er sieht dann die Muskelstränge, das Skelett, die inneren Organe oder Nervenbahnen. Faszinierend ist dabei vor allem, dass man tief in den Körper hineinzoomen kann.
Google nutzt zur Darstellung ausschließlich die 3D-Hardware-Schnittstelle WebGL. Wer sich den Bodybrowser ansehen möchte, benötigt also einen Browser mit aktiviertem WebGL. In Frage kommen laut Google insbesondere Chrome 9 Beta und Firefox 4 Beta. Die Beta 7 von Firefox 4 zeigt das Modell allerdings nur in Schwarz und Weiß. Nur Googles Chrome stellt derzeit den Bodybrowser korrekt dar.
Begriffsgeschichte
www.culturomics.org
http://ngrams.googlelabs.com
Die Google Labs haben jüngst ein weiteres faszinierendes Projekt ins Web gebracht. Zusammen mit Wissenschaftlern der Harvard University generierten sie aus den bislang 15 Millionen für Google Books eingescannten Büchern eine abfragbare Datenbank. Unter dem Projektnamen Culturomics ermöglichen die Forscher, dass sich der Buchbestand für quantitative Analysen öffnet. Google hat das Tool „N-gram Viewer“ beigesteuert, welches nun im Web für jeden nutzbar ist.
Mit dem Viewer lässt sich beispielsweise ermitteln, wie oft ein Begriff im Verlauf der letzten Jahrhunderte in der Literatur verwendet wurde – das interessiert längst nicht nur Kulturwissenschaftler. Eine Abfrage nach „Internet“ etwa ergibt, dass das Wort erst ab 1992 messbar oft in der deutschen Literatur auftaucht, also erst, als das WWW begann, sich durchzusetzen. Nach wie vor steigt die Häufigkeit des Begriffs beständig an. Politische Einflüsse auf zeitgenössische Literatur lassen sich mit dem Viewer belegen. So ergibt die Suche nach dem jüdischen Maler „Marc Chagall“, dass sein Name in Deutschland zwischen 1933 bis 45 aus dem Wortschatz verbannt war, während er in der angelsächsischen Literatur erst richtig entdeckt wurde.
Grundlage für die Harvard-Analyse sind bislang 15 Millionen Bücher ab dem Jahr 1500 bis in die Gegenwart. Für sieben Sprachen haben die Forscher jeweils einen durchsuchbaren „Corpus“ gebildet, der sich auch für eigene Untersuchungen herunterladen lässt. Der deutschsprachige Corpus umfasst 37 Milliarden per OCR eingescannte und katalogisierte Wörter.
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