Komponenten 2011: Gefragt sind vor allem Festplatten und Prozessoren

Der erfolgreiche Komponentenverkauf soll sich auch im neuen Jahr fortsetzen. Neue Technologien, Produkte und gĂĽnstige Preise sorgen laut Distribution fĂĽr anhaltende Nachfrage. Verkauft werden alle Produktkategorien, allen voran Festplatten und CPUs.

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Von
  • Karl Fröhlich

Während 3,5-Zoll-Platten mit 320 und 500 GByte zuletzt leicht teurer wurden, verlieren die eigentlich knappen TByte-Laufwerke zwischen vier bis zwölf Prozent an Wert.

Die Komponenten-Branche blickt zuversichtlich ins neue Jahr. Ein starkes viertes Quartal nährt die Hoffnung, dass die Geschäfte 2011 genauso weitergehen. "Insgesamt kann man von einem sehr erfolgreichen Komponentenjahr sprechen und der Absatz nahezu aller Produkte wurde in 2010 gesteigert", resümiert Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. Besonders hervorgetan haben sich wie erwartet Festplatten mit hohen Kapazitäten, aber auch mit Prozessoren erzielte der Handel gute Umsätze.

"Zu den absoluten Top-Produkten zählten 2010 Nvidias Fermi-Karten, darunter insbesondere die GTX 460, mit der Nvidia quasi einen neuen Standard gesetzt hat", ergänzt Markus Harbach, Leiter Einkauf bei Wave Computersysteme. "Sehr hoch war auch die Nachfrage nach internen SSDs und im Mainboard-Segment konnten vor allem Modelle mit AMD-800er-Chipsätzen überzeugen." Bei den Laufwerken hätten aufgrund starker Preissenkungen vor allem Blu-ray-Brenner und Combo-Drives zugelegt.

Einen richtigen Flop hat es laut Harbach nicht gegeben. "Zu nennen wären allenfalls die externen USB-3.0-Laufwerke. Diese werden bisher kaum nachgefragt, da sie den klassischen externen Festplatten im Preis-Kapazitäts-Verhältnis noch unterlegen sind." Mäßig verkauft wurden 2010 auch Tri-Channel-Speicher-Kits. Die Konsumenten vertrauten lieber weiter auf Dual-Channel und beurteilen den Leistungsgewinn bei Einsatz von drei Speichermodulen offensichtlich als nicht ausreichend lohnend.

Die HEKs fĂĽr 2-GByte-Speichermodule sind weiter auf dem Weg nach unten. Nach dem Jahreswechsel hat es speziell DDR2-800 hart getroffen.

DDR3 etabliert sich als neuer Speicherstandard. Allerdings kennzeichnet ein hoher Preisverfall das Segment. "Bereits Anfang des vierten Quartals verkauften wir mehr DDR3- als DDR2-Module" bestätigt Ulf Kilper, Produktmanager bei Devil. "Aktuell ist die Nachfrage nach DDR2 noch ordentlich, aber mit dem jüngsten Launch von Intels Sandy-Bridge-Technologie wird der Bedarf an DDR3 weiter zunehmen. Einige Hersteller drosseln bereits die Produktion von DDR2-Speichern, so dass hier Verknappungen verbunden mit Preissteigerungen zu erwarten sind."

Bisher galten DDR2-800-Bausteine mit zwei GByte als die gängige Arbeitsspeicherausrüstung im PC, nun sind es DDR3-1333-Module. Die HEKs befinden sich nach wie vor im Abwärtstrend. Insgeheim hoffte die Branche nach dem Weihnachtsgeschäft mit einem Wiederanstieg, allerdings scheint die Überproduktion eher noch den einen oder anderen Tiefpunkt herbeizuführen. Der HEK von 2-GByte-Markenmodulen hat sich in der KW 2 bei unter 20 Euro festgesetzt. Die für Käufer guten Preise motivieren die Kunden aber auch, sich mit dem Thema Upgrade zu beschäftigen.

Der Festplattenmarkt kämpfte im vierten Quartal mit Lieferschwierigkeiten. Über die Feiertage hat sich die Situation wieder etwas entspannt. Vereinzelt waren Angebote zu Sonderkonditionen zu sehen. "Die Preise bleiben derzeit stabil", stellt Gunnar Laase, Produktmanager bei Devil, fest. "Aktuelle Preisanpassungen betreffen in erster Linie die großen Kapazitäten mit zwei und drei TByte."

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Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH

"Im ersten Quartal ist mit Preisanpassungen bei den hohen Kapazitäten zu rechnen, insbesondere bei 2,5- und 3,5-Zoll-Enterprise-Modellen", meint auch Wave-Manager Harbach. "Die Hersteller scheinen sich bei der Produktion nur auf Modelle zu konzentrieren, bei denen sie Gewinne einfahren. Kleine Kapazitäten sind weniger attraktiv. Daher wird es dort vermutlich leichte Preissteigerungen geben." Die Verfügbarkeit sollte im ersten Quartal wieder unproblematisch sein, Gründe für eine Warenverknappung seien nicht zu erkennen.

Die Distribution setzt jedenfalls auf ein erfolgreiches Komponentenjahr. "Einen Schwerpunktbereich sehen wir dabei nicht, da alle erforderlichen PC-Komponenten 2011 eine gute Nachfrage versprechen", bekräftigt Ingram-Manager Gerken. (map)