Gericom in heftigen Turbulenzen

Der Notebook-Anbieter Gericom hat eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Der Vorstand will dort offenbar den Verlust eines Teils des Grundkapitals anzeigen. Zudem sollen Ausgliederungen und eine Änderung des Firmennamens beschlossen werden.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der österreichische Unterhaltungselektronik- und Notebook-Anbieter Gericom steckt Medienberichten zufolge offenbar in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Abgeleitet wird dies von der heutigen Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung für den 20. Dezember. Vermutet wird, dass die Verluste inzwischen so groß sind, dass sie das halbe Grundkapital aufzehren. Laut Börsengesetz muss der Vorstand unverzüglich die Hauptversammlung einberufen, wenn die Aufstellung der Jahresbilanz oder eine Zwischenbilanz ergibt oder anzunehmen ist, "dass ein Verlust in der Höhe des halben Grundkapitals besteht".

Laut Pflichtmitteilung hält die Gericom AG "die Befassung der Aktionäre im Rahmen einer gesondert einzuberufenden Hauptversammlung aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Monaten und der daraus zu folgernden Maßnahmen für erforderlich". Der Vorstand will einen Bericht zum laufenden Geschäftsjahr sowie die künftige Entwicklung vorlegen und gegebenenfalls den Verlust eines Teils des Grundkapitals anzeigen. Auch soll ein Beschluss über die Ausgliederung der Unternehmensbereiche Service und/oder Produktion gefasst werden. Der Firmenname soll in IIT Services AG geändert werden.

An der Frankfurter Börse wurde die Gericom-Aktie am Freitagmittag bei einem Kurs von 1,09 Euro vom Handel ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme des Handels knapp eine Stunde später sackte der Titel knapp 16 Prozent auf 0,92 Euro ab, konnte sich später aber wieder festigen. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen lediglich 9 Millionen Euro umsetzen. Im zweiten Quartal war bei Erlösen von 25,3 Millionen Euro ein Verlust von 3,1 Millionen Euro angefallen. Durch eine Neupositionierung am Markt und die Konzentration auf das Home-Entertainment-Segment wollte das Unternehmen aus den roten Zahlen kommen. (pmz)