Umfrage: Deutsche wenig ĂĽber Nanotechnologie informiert
Jeder Zehnte von 1000 befragten Deutschen hält Nanotechnik für riskant, jeder Dritte sieht darin weder Risiken noch Chancen, ergab eine Umfrage, die anlässlich des Symposiums Nanofair in Karlsruhe veröffentlicht wurde.
Jeder zweite Deutsche kann nichts mit dem Begriff "Nanotechnologie" anfangen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage (PDF) der komm.passion GmbH, die heute beim internationalen Symposium Nanofair 2004 in Karlsruhe vorgestellt wurde. Nur jeder Zehnte der 1000 Befragten hält Nanotechnik für riskant, jeder Dritte sieht darin weder Risiken noch Chancen. "Wir Wissenschaftler sehen die Chancen im Vordergrund", sagte der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Karlsruhe, Manfred Popp. Risiken wie etwa mögliche Krebsgefahren dürften aber nicht unterschätzt werden.
Die Nanowissenschaften befassen sich mit der Herstellung und Untersuchung von Strukturen, die rund zehntausendfach kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haars. Ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die extreme Verkleinerung fĂĽhrt zu neuen Eigenschaften, die fĂĽr viele technische und medizinische Anwendungen interessant sind.
Experten sehen darin eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, Deutschland spielt eine führende Rolle. Mit Produkten, die auf Nanotechnologie beruhen, werden nach Angaben des Forschungszentrums schon heute weltweit 30 Milliarden Euro umgesetzt. Dazu gehören Festplatten von Computern, Sonnencremes mit hohem UV-Schutz und schmutzabweisende Oberflächen von Duschkabinen.
"Mit der Nanotechnologie können wir die Moleküle manipulieren", sagte Wolfgang Stöffler vom Bundesforschungsministerium. "Biologie, Physik und Chemie wachsen dabei zusammen." Nach Ansicht Stöfflers sind 90 bis 95 Prozent aller Anwendungsbeispiele risikolos: "Es ist daher nicht angemessen, Risiken und Chancen gleich zu bewerten." Das Symposium Nanofair findet seit 2002 im jährlichen Wechsel in Straßburg, Dresden und Karlsruhe statt. (dpa) / (anw)