HP und Microsoft verbünden sich bei Appliances gegen Oracle

Die gemeinsame Entwicklung vier neuer Appliances aus Microsoft-Software und HP-Hardware sind ein erstes Ergebnis einer im letzten Jahr abgeschlossenen Vereinbarung, 250 Millionen US-Dollar für solche Vorrichtungen bereitzustellen.

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Von
  • Alexander Neumann

HP und Microsoft haben vier Appliances aus HP-Hardware und Microsoft-Software vorgestellt, über die Firmenkunden speziell aufeinander abgestimmte Hard- und Software sowie zusätzliche Produkte respektive Service-Angebote eine Vereinfachung ihrer IT erreichen sollen. Ziel ist es, dass Anwender durch den vorkonfigurierten Mix aus Hard- und Software die Zeit für das Einrichten der Lösungen reduzieren und eine höhere Leistungsfähigkeit erreichen. So sollen Unternehmen über vorkonfigurierte Assistenten Anwendungen offenbar schon innerhalb einer Stunde bereitstellen können.

Die neuen Angebote sind ein erstes Ergebnis einer im Januar 2010 abgeschlossenen Vereinbarung zwischen den beiden Konzernen, über eine Laufzeit von drei Jahren zusammen 250 Millionen US-Dollar für solche Kombinationen aus Hard- und Software bereitzustellen. Im Vordergrund stehen fürs Erste Appliances für den Bereich Business Intelligence. Sie richten sich sowohl an mittelständische als auch an große Unternehmen und sind – insofern schon verfügbar – über die Frontline-Vertriebspartner erhältlich.

Die Partner wollen laut dpa binnen drei Jahren 250 Millionen Dollar in die Gemeinschaftsprojekte investieren, die sich deutlich gegen Oracle richten. HP-Manager John Stewardson erklärte, HP arbeite bei Datenbank-Lösungen für die eigenen Server zwar auch mit Oracle zusammen, aber Oracle setze nun verstärkt auf die SPARC-Architektur des übernommenen Server-Herstellers Sun. "Und da haben wir etwas dagegen." Microsoft-Manager Hans Wieser sagte mit Blick auf die Rolle von Oracle bei Highend.Datenbanksystemen: "Wir ziehen natürlich Marktanteile ab, die heute andere Anbieter haben."

Bei den neuen Angeboten von HP und Microsoft handelt es sich um die HP Business Decision Appliance, die HP Enterprise Data Warehouse Appliance, das HP E5000 Messaging System for Microsoft Exchange Server 2010 und die HP Database Consolidation Appliance. Die ersten beiden sind ab sofort oder im Falle der Enterprise Data Warehouse Appliance schon seit November verfügbar. Das Messaging-System und die Business Data Warehouse Appliance sind für März beziehungsweise Juni dieses Jahres angekündigt.

Die Business Decision Appliance kostet unter 25.000 Euro, dazu kommen noch separate Lizenzen für Microsofts Datenbank SQL Server 2008 R2 und die Kollaborationsplattform SharePoint 2010. Mit der Vorrichtung sollen Anwender mit Excels PowerPivot erstellte Datenanalysen gemeinsam über SharePoint nutzen und Administratoren die Daten zentral prüfen und verwalten können.

Die Enterprise Data Warehouse Appliance ist ein Datenspeicher und wurde gegen Oracles Exadata-Produkt positioniert. Unternehmen müssen dafür mindestens 1,5 Millionen Euro hinlegen, ebenfalls mit separaten Lizenzen für die "Parallel Data Warehouse"-Version von SQL Server 2008 R2. Das sei deutlich billiger als vergleichbare Oracle-Angebote, so HP-Manager John Stewardson. Eine hohe Leistung versprechen sich Microsoft und HP durch die durchgehende parallele Architektur. Oracle setze hier hingegen auf eine Shared-Disk-Infrastruktur, deren Leistungsfähigkeit bei zunehmender Last schlechter werde, hieß es in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die Messaging-Appliance startet bei 27.000 Euro plus den separaten Lizenzkosten für Exchange Server 2010. Sie enthält Speicherplatz für E-Mail-Postfächer, ein zentrales Mail-Archiv und vom Endgerät unabhängige Zugriffsoptionen. Die Database Consolidation Appliance, für die bislang noch kein Preis zur Verfügung steht, wollen die beiden Konzerne als Brücke für Unternehmen in Richtung Cloud verstanden wissen. Sie vereinigt mehrere hundert Datenbanken in einer virtuellen Umgebung und ist auf SQL Server 2008 R2 beziehungsweise Microsofts Hyper-V Cloud abgestimmt. (ane)