Intels Northwood-Prozessorkern auf dem Weg in die ewigen JagdgrĂĽnde

Intel schickt den erfolgreichen Pentium-4-Kern Northwood aufs Altenteil: Der 90-Nanometer-Nachfolger "Prescott" soll ihn im Laufe des nächsten Jahres ablösen.

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In Form einer Product Change Notification (PCN) kündigt Intel den Zeitplan der Northwood-Ablösung an. Demnach sollen die originalverpackten Box-Prozessoren mit 130-Nanometer-Kern nur noch bis Juni 2005 ausgeliefert werden, letzte Bestellungen können Intel-Direktkunden (also die Distributoren) bis zum März absetzen. Auch OEM-Ware in Sammelverpackungen ("Tray") kann man nur bis März bestellen, doch Intel will diese Typen noch bis zum Mai 2006 ausliefern. Damit stirbt dann der Northwood-Kern etwas mehr als vier Jahre nach seiner Vorstellung aus.

Die aktuelle PCN gilt für die Nortwood-Typen mit 2,8, 3,0, 3,2 und 3,4 GHz -- schnellere Typen gibt es für Sockel-478-Mainboards nur in Form des Pentium 4 Extreme Edition mit ebenfalls 3,4 GHz, der aber einen zusätzlichen L3-Cache hat. Die Typen mit 2,66, 2,4 und 2,60 GHz und die noch langsameren Typen (2,26, 2,5, 2,53 GHz und diverse Celerons) hat Intel schon vor geraumer Zeit abgekündigt -- jeweils unter Verweis auf die "Markt-Nachfrage, die sich zu Intel-Prozessoren höherer Leistung verschoben" habe.

Es ist trotz der Abkündigungen nicht zu erwarten, dass die genannten Northwood-Varianten kurzfristig und vollständig aus dem Angebot verschwinden -- auch etwa der bereits vor eineinhalb Jahren abgekündigte Celeron 1,7 GHz mit Willamette-Kern ist noch bei einigen Händlern zu haben, obwohl die letzte Auslieferung bereits im April 2004 erfolgen sollte. Allerdings ist zu erwarten, dass das Angebot an Pentium-4-Northwood-Typen deutlich schrumpft -- so waren etwa auch die schnellsten Pentium-4-Modelle mit FSB400 schnell vergriffen, die für Besitzer ehemals teurer Rambus-Mainboards mit i850-Chipsatz die Spitze der Aufrüstmöglichkeiten darstellten.

Ähnliche Engpässe drohen dann wohl auch den Besitzern einiger aktuell noch verkaufter Sockel-478-Mainboards, die die 90-Nanometer-Prozessoren nicht unterstützen. Das gilt beispielsweise für das Tyan Trinity i875P (S5101), das wegen seines VRM-9.1-kompatiblen Spannungswandlers mit Prescotts nichts anfangen kann: Die verlangen nach einem VRM-10.0-kompatiblen Kernspannungswandler. Ähnliche Einschränkungen gelten nach den offiziellen CPU-Kompatibilitätslisten etwa auch für die Mainboards Biostar P4VTB 1.1 oder MSI (MS-6742 1.0).

Die Prescott-Prozessoren sind für die Sockel-478-Plattform trotz ihrer SSE3-Unterstützung ohnehin weniger attraktiv -- sie benötigen je nach Taktfrequenz deutlich mehr Energie als die Northwood-Prozessoren und lassen sich deshalb nur mit größerem Aufwand (lauter) kühlen, die neue Stromspar-Funktion C1E ist für die Sockel-478-Modelle des Prescott im E0-Stepping nicht vorgesehen. Auch 64-Bit-Modelle wird es im Sockel-478-Gehäuse wohl nicht geben. (ciw)