Eric Drexler und die deutsche Nanotechnologie
Mit der Gründung von Kompetenzzentren, mit Forschungswettbewerben und Public Relations Veranstaltungen wird gegenwärtig der Boden für die mutmaßlich nächste Industrielle Revolution bereitet: die Nanotechnologie.
Mit der Gründung von Kompetenzzentren, mit Forschungswettbewerben und Public Relations Veranstaltungen wird gegenwärtig der Boden für die mutmaßlich nächste Industrielle Revolution bereitet: die Nanotechnologie. F&E-Prominenz, Unternehmensvertreter und der Jules Verne der "Nano-Tech-Bewegung", Eric Drexler, trafen sich unlängst auf dem Münchner Nanotechnologie-Symposium.
Die Bonner Forschungspolitik hat sich der Nanotechnologie bereits verschrieben. Mit 100 Mio Mark in den kommenden 5 Jahren soll dieser "Schlüsseltechnologie des nächsten Jahrtausends" in den Sattel geholfen werden. Deren Protagonisten wittern ein atemberaubendes Potential. Sollten die "visionäreren" Erwartungen zutreffen, dann locken Milliardenmärkte und eine Technik, die sich buchstäblich von Magie nicht mehr unterscheiden läßt.
In einer entwickelten Nano-Industrie à la Drexler, würden makromolekülgroße selbstvermehrungsfähige Roboter via "Molecular Manufacturing" beinahe alles herstellen, was des Menschen Begehr ist - von Kartoffelchips bis zum Snowboard. Auch über ein ewiges Leben dank nanotechnischer Reperaturmaßnahmen im Körper spekulierte Drexler. Deutlich bodenständiger geht es zu, wenn deutsche Forschungs- und Wirtschaftsvertreter unter Anleitung von Peter Glotz den Weg von der Nano-Vision zum Milliardenmarkt diskutieren. Vor allem aber wurden die grundsätzlichen Bedingungen der Möglichkeit gedeihlicher Nano-Technologientwicklung am Standort Deutschland besprochen. Immerhin scheinen Jung-Unternehmer mittlerweile offenbar keinen Grund mehr haben, sich über fehlendes Venture Capital zu beschweren.
Mehr in Telepolis: Aufbruchstimmung beim Molekularmaschinenbau. (fr)