Nokia verliert beim Handy-Absatz in Westeuropa deutlich an Boden
Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens IDC verkauften die Finnen im 3. Quartal 2004 deutlich weniger Geräte als im Vorjahr -- die anderen Hersteller legten hingegen stark zu.
In Westeuropa wurden im dritten Quartal 2004 nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens IDC 24 Prozent mehr Mobiltelefone abgesetzt als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Als Grund für die Steigerung von 27,6 Millionen auf 34 Millionen Geräte sehen die IDC-Analysten vor allem die zunehmende Ausstattung von Geräten der mittleren und unteren Kategorie mit Farbdisplays und Kameras. Mit einem Plus von 70 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2003 konnten allerdings insbesondere Smartphones stark zulegen -- obwohl sie mit einem fünfprozentigen Anteil an den Gesamtstückzahlen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Der Anteil verkaufter Handys mit Farbdisplay stieg laut IDC innerhalb eines Jahres von 49 auf 80 Prozent. Integrierte Digitalkameras gehörten bei 72 Prozent der abgesetzten Mobiltelefone zur Standardausrüstung. Bluetooth-Funktionalität hatten 36 Prozent der Geräte an Bord -- eine Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum um satte 200 Prozent. Für 2005 erwarten die IDC-Marktforscher einen starken Trend hin zur Integration von 1,3 Megapixel-Kameras in Highend-Geräte sowie eine weitere Zunahme von verkauften Geräten, die mit der drahtlosen Datenübertragungstechnik Bluetooth ausgestattet sind.
Angeführt wird die Liste der Top-Handy-Seller bei IDC weiterhin klar von Nokia mit 34 Prozent Marktanteil auf die Stückzahlen bezogen (11,8 Millionen verkaufte Geräte). Die Finnen mussten gegenüber dem dritten Quartal 2003 allerdings einen deutlichen Rückgang sowohl beim Marktanteil (minus 8 Prozentpunkte) als auch beim Absatz (minus eine Million Geräte) hinnehmen. Profitieren konnten davon die anderen großen Hersteller: Siemens auf Platz zwei setzte 5,2 Millionen Handys ab (plus 200.000), Samsung legte um 2,3 Millionen auf 4,5 Millionen Geräte zu. Sony Ericsson setzte mit 4,4 Millionen Geräten nahezu doppelt soviele Handys wie im Vergleichszeitraum 2003 (2,3 Millionen) ab. Und auch Motorola verdoppelte den Absatz in Westeuropa mit 3,5 Millionen Geräten nahezu. (pmz)