Schmiergeldaffäre: Infineon-Manager hat Geld zurückgezahlt
In der Schmiergeldaffäre bei Infineon hat der frühere Infineon-Manager Harald Eggers eine umstrittene Zahlung an den Konzern zurückerstattet.
In der Schmiergeldaffäre bei Infineon hat der frühere Infineon-Manager Harald Eggers eine umstrittene Zahlung an den Konzern zurückerstattet. "Herr Eggers hat das Geld überwiesen, das der Konzern von ihm verlangt hat", sagte ein Infineon-Sprecher am heutigen Samstag in München. Die Höhe der Summe wollte er nicht nennen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel handelt es sich um 50.000 US-Dollar.
Das Geld soll Eggers von der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting erhalten haben. Diese war von Infineon im Motorsponsoring beauftragt worden. Ein Teil der Auftragsgelder floss nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft an Eggers und den mittlerweile zurückgetretenen Vorstand Andreas von Zitzewitz zurück. Laut Staatsanwaltschaft soll Eggers 50.000 Euro Schmiergeld bekommen haben. Bei Zitzewitz sollen es sogar 259.000 Euro gewesen sein. Nach Informationen des Spiegel hat von Zitzewitz das Geld bar in Beträgen von jeweils 14.000 bis 40.000 Euro erhalten.
Der Infineon-Sprecher wollte keine Details der Rückzahlung Eggers nennen. Infineon hatte angekündigt, Schadenersatzansprüche gegenüber Eggers und von Zitzewitz zu prüfen. Eggers war früher Chef der Speicherchip-Sparte bei Infineon und ist derzeit Vorstandschef der Schweizer Firma Unaxis.
Als Konsequenz aus der Korruptionsaffäre will Infineon seine internen Kontrollsysteme auf den Prüfstand stellen lassen. Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley war seit mehr als einem Jahr über die Schmiergeldvorwürfe gegen Zitzewitz informiert. Da bei internen Untersuchungen keine Belege gefunden wurden, unternahm er aber nichts.
Das amerikanische Architekturbüro Tec-PMC bereitet unterdessen mehreren Medienberichten zufolge eine Klage gegen Infineon und den Aufsichtsrat des Konzerns vor einem Gericht in Los Angeles vor. Die Architekten werfen dem Konzern Rufschädigung im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Infineon-Zentrale im Süden Münchens vor. Nach der Abberufung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher im März 2004 war der Vertrag mit Tec-PMC gekündigt worden. (dpa) (bo)