US-Wahlen: Sorgloser Umgang mit Dokumenten

Bessere Wahlmaschinen sollen in den USA die Gefahr von Manipulationen verringern. Aber das hilft wenig, wenn die Helfer weiter soviele Fehler machen, berichtet ein Wahlbeobachter.

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Von
  • Sascha Mattke

Die elektronischen Wahlsysteme in den USA stehen im Verdacht, Manipulationen zu ermöglichen -- deshalb wird unter anderem an Geräten gearbeitet, die Papier-Protokolle der Abstimmung erzeugen und so das Ergebnis überprüfbar machen. Allerdings zeigt sich: Selbst diese modernen Systeme werden teilweise so ungeschickt eingesetzt, dass ihre Vorteile verloren gehen. Das schreibt Ted Selker, Co-Direktor des Caltech/MIT Voting Technology Project, in einem Beitrag für Technology Review aktuell.

So berichtet Selker von Vorgängen in Bostoner Wahlbezirken, wo bei der jüngsten Präsidentschaftswahl mit einem Scanner-System gearbeitet wurde, das heißt Stimmzettel werden mit der Hand ausgefüllt und dann eingelesen. Nach Schließung des Wahllokals wurden die Stimmzettel zusammen mit dem Auswertungscomputer einem einzelnen Polizisten übergeben, der das Material alleine zur Zentrale fahren sollte. Dieses Vorgehen soll für alle Bostoner Wahlkreise vorgeschrieben gewesen sein.

Bei einer anderen Wahl in Nevada kam ein System zum Einsatz, bei dem Drucker zusätzlich eine Papier-Spur produzieren. Hier sah Selker, wie eine Wahlhelferin unbeaufsichtigt einen Papierstau zu beheben versuchte, indem sie erst ein Stück abschnitt und dann noch eines abriss. In einem anderen Wahllokal seien alle 20 Maschinen nacheinander ausgefallen, weil sie sämtlich an derselben Steckdose hingen, die Sicherung herausflog und die Batterie-Kapazität bald erschöpft war.

Mehr dazu in Technology Review aktuell: (sma)