Yahoo kauft Media-Center-Technologie von Meedio

Die vom Entwickler von myHTPC mitbegrĂĽndete und -gefĂĽhrte Firma verkauft ihre Technologien, Patente und Namensrechte an Yahoo und stellt den Vertrieb und den Support eigener Produkte mit sofortiger Wirkung ein.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Yahoo kauft den GroĂźteil der Technologien und Patente des Anbieters von Media-Center-Software Meedio. Dies teilt der Chief Technologie Officer (CTO) von Meedio, Pablo Pissanetzky, auf der Website des Unternehmens mit. Der Deal hat zur Folge, dass ab sofort keine keine Software mehr ĂĽber die Meedio-Website mehr erworben werden kann und das Meedio Support Center geschlossen wird. Bestandskunden von Meedio Pro und Meedio TV erhalten noch bis Ende Juni Electronic-Program-Guide-(EPG)-Daten.

Neben Medio-CTO Pissanetzky wechseln weitere Mitarbeiter in die Yahoo-Abteilung namens Digital Home. Finanzielle Details der Vereinbarung gab Meedio nicht bekannt. Von Yahoo liegt noch keine Mitteilung über den Deal vor. Offensichtlich hat der Internet-Riese auch die Namensrechte an Meedio erworben, da die bisherige Meedio LLC ihren Neman in PsyKoh LLC – abgeleitet von den Namen Pissanetzkys und des CEOs Victor Koosh – geändert hat. Da Yahoo seit einigen Monaten spezielle Dienste für Nutzer des konkurrierenden digitalen Videorekorders von Tivo im Angebot hat, wurde zuvor über einen Einstieg von Yahoo bei Tivo spekuliert.

Da Yahoo zwar Patente und Technoplogien, nicht aber die bestehenden Produkte von Meedio übernimmt, müssen sich deren Besitzer an die in Texas ansässige PsyKoh wenden. Co-Namensgeber Pissanetzky verspricht, dass PsyKoh versuchen wird, Fragen zu den Produkten zu beantworten, doch werde kein Support mehr geboten. Ratsuchende sollten sich stattdessen in den Meedio-Foren schlau machen, die noch "for a while" in der gegenwärtigen Form fortbestehen sollen.

Die Firmengeschichte von Meedio ist mit der Freeware-Anwendung myHTPC (für my Home Theater Personal Computers verbunden, die Meedio-CTO Pissanetzky bis 2003 entwickelt hatte. In kurzer Zeit gewann die Applikation, die sich per Fernbedienung steuern lässt, hunderttausende Nutzer. Im Hauptberuf war Pissanetzky bis dahin leitender Sofware-Entwickler beim Energiekonzern Enron, der wegen Bilanzfälschungen in bis dahin ungekanntem Ausmaß 2002 pleiteging. Zusammen mit dem zuvor für Ölkonzerne tätigen Victor Koosh aus Houston, Texas, gründete Pissanetzky Meedio, die sich in Privatbesitz befindet und schon vor dem Geschäft mit Yahoo laut Pressemappe (PDF-Datei) "profitabel" war. (ssu)