Defekte Canon-Stepper verzögern weltweite LCD-Produktion

Den LCD-Herstellern kommt diese Verzögerung allerdings nicht ungelegen: Sie hoffen darauf, dass sich die Preise für Flachbildschirme in den kommenden Monaten wieder stabilisieren.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der zweitgrößte LCD-Hersteller weltweit, das niederländisch-südkoreanische Joint Venture LG Philips LCD, rechnet damit, dass sich die Preise für Flachbildschirme in den kommenden Monaten stabilisieren. Nach einem Preisverfall von bis zu 15 Prozent allein im vierten Quartal 2004, den LG Philips vor allem mit einer deutlich geringeren Nachfrage nach Flachbildschirm-Fernsehern erklärt, sei jetzt ein Ende der Talfahrt in Sicht, hieß es in Seoul. Hintergrund seien Produktionsverzögerungen in den neuen LCD-Fertigungslinien, hervorgerufen durch fehlerhafte Maschinen des japanischen Zulieferers Canon.

Canon hatte am Donnerstag eingeräumt, dass es Probleme mit der neuen Stepper-Serie MPA-8000 (Mirror Projection Aligners) gebe. Man werde die Auslieferung von Maschinen dieser Serie bis Ende Februar stoppen. Seit Juli hatte Canon etwa 30 Stepper der MPA-8000-Serie an große LCD-Hersteller geliefert. Stepper fahren die Maschinenköpfe zum Beschichten, Strukturieren, Belichten und Ätzen von Dünnschichttransistoren in exakten Schritten über die bis zu vier Quadratmeter großen Muttergläser, aus denen am Ende die einzelnen LCD-Panels geschnitten werden.

Nicht bekannt ist derzeit, wie viele Canon-Stepper defekt sind und welche Hersteller auĂźer LG Philips und Samsung defekte Maschinen erhalten haben. Die Inspektion und Reparatur der Maschinen werde etwa drei bis vier Monate in Anspruch nehmen, teilte Canon unterdessen mit. Der Aktienkurs von LG Philips LCD zog am Donnerstag um 3,9 Prozent an. (pmz)