Mit Mausklick zur Lehrstelle

Ausbildungsplätze sind begehrt, und angesichts immer wieder neuer Lehrstellenknappheit ist besonders die Wunschlehrstelle für viele Jugendliche ein nur schwer zu erreichendes Ziel.

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Von
  • Stephanie Lettgen
  • dpa

Ausbildungsplätze sind begehrt, und angesichts immer wieder neuer Lehrstellenknappheit ist besonders die Wunschlehrstelle für viele Jugendliche ein nur schwer zu erreichendes Ziel. Bei der Ausbildungsplatzsuche sind daher auch Internetportale für viele Jugendliche mittlerweile eine selbstverständliche Anlaufstelle. Die Portale haben viele Vorteile: Schnell und bequem lassen sich aktuelle Angebote daheim sichten und sortieren. Lehrstellenbörsen sind deshalb gerade für Jugendliche, die überregional nach einer Ausbildung suchen, interessant.

"Es ist heute eine Selbstverständlichkeit, dass man als junger Mensch im Internet nach einer Lehrstelle sucht", sagt Ulrich Waschki, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit (BfA) in Nürnberg. Ob Bäcker, Bankkaufmann oder Tischler – auf der Internetseite der BfA können Jugendliche eintragen, welchen Beruf sie erlernen möchten, in welcher Region sie suchen und wann sie die Ausbildung beginnen wollen. Als Ergebnis erhält der Bewerber eine Liste mit Angeboten, die auch die Anschrift des Betriebs und eine Stellenbeschreibung enthält.

"Zudem können sich die Jugendlichen schnell orientieren, welche Erwartungen das Unternehmen an Bewerber hat", sagt Josef Amann, Geschäftsführer Bildung der Münchner Industrie- und Handelskammer (IHK). Denn die Schüler bekommen Informationen, die es ihnen leichter machen sollen, zu entscheiden, ob sie zu dem Unternehmen passen – beispielsweise welcher Schulabschluss Voraussetzung ist, in welchen Fächern der Kandidat besonders gut sein sollte und welche Eigenschaften gerne gesehen sind.

"Onlinebörsen sind besonders für die Bewerber attraktiv, die schon genau wissen, welchen Beruf sie lernen wollen", sagt Amann. Wer sich noch nicht sicher ist, müsse sich erst auf anderen Wegen informieren und beraten lassen, bevor er die Börsen sinnvoll nutzen könne. Die IHK München bietet wie viele IHKs auf ihrer Homepage auch eine eigene Lehrstellenbörse an. Die Jugendlichen können zwischen mehreren hundert Angeboten wählen. Das Netz wird zudem von vielen Berufsverbänden genutzt, um eigene Lehrstellenbörsen zu platzieren.

Zudem gibt es Anbieter wie www.jumpforward.de, www.ausbildungsstelle.com oder www.aubiplus.de, die sich voll auf den Bereich Ausbildung und Berufsstart konzentriert haben. "Die Jugendlichen sollten am besten ein Jahr vor Ausbildungsbeginn bereits mit der Suche beginnen", rät Heiko Köstring, Betreiber der Börse www.aubiplus.de mit Sitz in Hüllhorst (Nordrhein-Westfalen). Bei kleineren Betrieben könne aber auch eine kurzfristige Bewerbung erfolgreich sein.

Bei vielen Lehrstellenbörsen kann der Bewerber ein Profil hinterlegen. Anhand der genannten Wünsche, Fähigkeiten, Interessen, Eigenschaften und Erfahrungen werden dem Jugendlichen dann automatisch eingetragene Stellen angezeigt, die zu ihm passen. Manche Internetbörsen geben Unternehmen zudem Nachricht, wenn sich ein für die jeweilige Firma geeigneter Bewerber registriert hat. Dass Firmen aber die Onlinebörsen systematisch nach passenden Kandidaten durchsuchen, ist nach Erfahrung der Experten nicht üblich. "Dass ein Unternehmen sich diese Mühe macht, ist eher eine Seltenheit", meint Amann. Dafür erreichten die Firmen eine zu große Zahl an Bewerbungen.

Viele Unternehmen veröffentlichen Lehrstellenangebote inzwischen nur noch auf ihren eigenen Internetseiten. Deshalb gibt es spezielle Suchmaschinen, die gezielt nach solchen Angeboten suchen, beispielsweise www.jobscanner.de oder www.yovadis.de. "Diese Suchmaschinen sind eine weitere Möglichkeit, zu erreichen, dass einem nichts entgeht", erklärt Amann.

Doch die Börsen im Netz bleiben nur eine Säule der Suche, denn die Jugendlichen müssen weiterhin alle Chancen nutzen, um einen der begehrten Ausbildungsplätze zu ergattern. Weiterhin ist es dem Rat der Experten nach nützlich, auch in Zeitungen nach interessanten Stellenanzeigen zu schauen oder Kontakte von Eltern oder Bekannten zu Unternehmen zu nutzen. (Stephanie Lettgen, dpa) / (jk)