Bürgerrechtler: RFID-Reisepässe für US-Bürger ohne Datenschutz
Die American Civil Liberties Union wirft der US-Regierung vor, bei der Entwicklung der neuen biometrischen RFID-Pässe alle Bedenken von Sicherheitsexperten ignoriert zu haben.
Die US-amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU wirft der US-Regierung vor, bei der Entwicklung der neuen Reisepässe, die sich mit RFID-Technik aus der Ferne auslesen lassen, alle Bedenken von Sicherheitsexperten und ausländischen Regierungen ignoriert zu haben. Der ACLU lägen Dokumente des auswärtigen Amtes vor, die diese Vorwürfe bestätigen. Aus den neuen Pässen, die in den kommenden Jahren an die US-Bürger ausgegeben werden, könne jedermann persönliche Daten ausspionieren, der mit einem RFID-Lesegerät in die Reichweite der Chips kommt.
"Diese Dokumente belegen, dass die US-Regierung mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass diese Reisepässe unseren Datenschutz und die Sicherheit bedrohen", warnt Barry Steinhardt, der Leiter der ACLU-Initiative "Technology and Liberty". Trotzdem habe die Regierung all ihre Macht eingesetzt, um einen Standard durchzudrücken, der alle US-Bürger für Identitätsdiebe und Terroristen angreifbar mache, meint Steinhardt.
Die neuen US-Pässe, die auch Biometriedaten für die Gesichtserkennung enthalten sollen, werden nach einem Standard entwickelt, den die Internationale Zivile Luftfahrtorganisation ICAO entworfen hat. Die US-Regierung habe sich trotz aller Warnungen bei der Entwicklung des Standards vehement dafür eingesetzt, dass in den Chips keine Sicherheitsmechanismen implementiert werden. Die ACLU hat ein Whitepaper veröffentlicht, das die wichtigsten Punkte der Dokumente zusammenfasst. (kav)