EU-Justizkommissar weist auf Gefahren durch gewaltverherrlichende Videospiele hin

Franco Frattini schlägt ein gemeinsames Vorgehen der EU-Mitgliedsstaaten vor, um Kinder vor gewaltverherrlichenden Videospielen zu schützen.

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Der für Justiz zuständige EU-Kommissar Franco Frattini fordert die Mitgliedsstaaten der EU auf, Kinder besser vor gewaltverherrlichenden Videospielen zu schützen. Auf der Website TheParliament.com heißt es, Frattini verfolge nicht das Ziel, gesetzliche Beschränkungen einzuführen, er wolle vielmehr zunächst auf das Problem hinweisen. Der Kommissar zeigt sich besorgt darüber, dass Gewalt in Videospielen einen schlechten Einfluss auf das Verhalten von Kindern ausübe. Als Beispiele führt Frattini Spiele auf, in denen Passanten niedergeschossen oder Kinder an Schulen schikaniert werden.

Zunächst seien natürlich die Eltern in der Verantwortung, ihre Kinder vor "obszönen und brutalen" Spielen zu schützen. Allerdings sei auch die EU auf Ebene der Mitgliedsstaaten sowie gesamteuropäisch dafür verantwortlich, die Rechte der Kinder zu schützen.

Auf einem für den 5. Dezember angesetzten Treffen der europäischen Justizminister in Brüssel wolle er sich mit ihnen über dieses Thema austauschen. Dabei soll es um das Beurteilungssystem für und die Kennzeichnung solcher Spiele und die Unterbindung des Verkaufs an Minderjährige gehen. Für Anfang 2007 plant die Kommission ein Treffen mit Vertretern der Spielebranche und Experten. Ein besonderes Augenmerk widmet Frattini dem Beurteilungssystem, das sich seines Erachtens zu sehr an technischen Maßstäben orientiere und nicht daran, welche Auswirkungen Gewaltdarstellungen für Kinder haben können. (anw)