Infineon steckt weiter tief in der Verlustzone
Die Ergebnisse der Speicherchip-Sparte Qimonda helfen dem Halbleiterkonzern bei der Eindämmung der Verluste.
Der Chipkonzern Infineon kommt nicht aus der Verlustzone heraus. Unter anderem wegen der Pleite des Großkunden BenQ Mobile sowie der Schließung des Werks München-Perlach konnte der Konzern den Verlust im Geschäftsjahr 2005/06, das am 30. September) endete, nur leicht von 312 auf 268 Millionen Euro verringern. Der Umsatz ist um 17 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Infineon Technologies AG mit. Dabei profitierte der Konzern insbesondere von Zuwächsen bei seiner Speicherchip-Tochter Qimonda, von der sich Infineon trennen will.
Auch im vierten Quartal schaffte Infineon entgegen den Erwartungen von Analysten nicht den Sprung in die Gewinnzone. Stattdessen stieg der Verlust unter dem Strich im Vergleich zum Vorquartal von 23 auf 36 Millionen Euro; im gleichen Vorjahresquartal lag der Verlust aber noch bei 100 Millionen Euro. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) erreichte der Konzern einen Gewinn von 30 Millionen Euro, vor einem Jahr gab es hier noch einen Verlust von 43 Millionen Euro. Allerdings liegt das EBIT ohne die Ergebnisse der Speicherchip-Firma Qimonda, an der Infineon noch die Mehrheit hält, bei minus 174 Millionen Euro; im vorangegangen Quartal hätte der Verlust in diesem Fall bei 51 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz im vierten Quartal lag bei 2,29 Milliarden Euro nach 1,731 Milliarden Euro vor einem Jahr. Unter Herausrechnung der Ergebnisse von Qimonda lag der Umsatz bei 1,058 Milliarden Euro.
Konzern-Chef Wolfgang Ziebart verwies dennoch auf operative Fortschritte. Die roten Zahlen seien auf Sonderbelastungen durch den Qimonda-Börsengang und die BenQ-Pleite zurückzuführen. Allerdings war bereits nach der Vorstellung der Qimonda-Zahlen, die für viele Beobachter überraschend gut ausfielen, die Kritik an der Abtrennung der Speicherchip-Sparte wieder lauter geworden. Bei Halbleitern für Industrie- und Kraftfahrzeugelektronik stieg der Umsatz im vierten Quartal im Jahresvergleich von 626 auf 740 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) kletterte von 27 auf 64 Millionen Euro. Mit Kommunikationslösungen machte Infineon einen Umsatz von 297 Millionen Euro nach 331 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum, der Verlust stieg in diesem Bereich massiv von 46 auf 120 Millionen Euro.
Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Infineon in Euro
Das Geschäftsjahr beginnt jeweils im Oktober
Das Geschäftsjahr beginnt jeweils im Oktober
-verlust
(211 Mio. EBIT)
(28 Mio. EBIT)
(49 Mio. EBIT)
(1,058 Mrd. *)
(30 Mio. EBIT)
(-174 Mio EBIT *)
(*Â ohne die Speicherchip-Sparte Qimonda)