AOL geht unter die Mobilfunkanbieter
Wie angekündigt stellt AOL ein eigenes No-Frills-Handyangebot vor, das sich in den üblichen Tarifregionen bewegt, ohne den Boden zu erreichen.
AOL Deutschland setzt die Neuorientierung des Unternehmens fort und erweitert das Portfolio mit dem angekündigten Start eines eigenen Mobilfunkangebots. Das "AOL Mobile" getaufte Produkt bereichert die hierzulande recht üppige Auswahl an Discountangeboten um einen weiteren Niedrigtarif mit Vertrag. Gespräche werden bei AOL Mobile grundsätzlich im 60/1-Takt mit 19 Cent pro Minute abgerechnet. Eine SMS kostet 16 Cent, eine MMS 39 Cent. Beim Grundangebot "Basic" erhält der Kunde nur eine SIM-Karte, das Handy muss vorhanden sein oder separat erworben werden. Dafür gibt es keine Grundgebühr und keine Mindestvertragslaufzeit (Kündigungsfrist 3 Monate). AOL besteht aber auf einem Mindestumsatz von 4,99 im Monat. Für Neukunden, die sich bis Ende des Jahres für AOL Mobile entscheiden, entfällt die Verpflichtung zum Mindestumsatz für die gesamte Dauer des Vertragsverhältnisses ebenso wie der Anschlussgebühr von 19,99 Euro. [Update: Das Angebot steht zunächst nur AOL-Bestandskunden zur Verfügung.]
Wie in dieser Tarifregion (in der das AOL-Angebot nicht gerade der Preisbrecher ist) üblich eignet sich AOL Mobile nicht als Datenleitung. [Update: Zwar kostet das MByte mit 0,69 Euro weniger als bei anderen Anbietern (die hier ursprünglich genannten 7 Euro basierten auf falschen Angaben der offiziellen Website, die für Datenverkehr einen Preis von 0,69 Euro pro 100 Kilobyte auswies), für ausgedehnte Internetspaziergänge ist der Preis allerdings immer noch nicht geeignet.] Das ist insofern bemerkenswert, dass AOL offensiv damit wirbt, dass die Datendienste des Portals (wie AIM, Chat und Mail) auch mit AOL Mobile "zu besonders attraktiven Konditionen" nutzbar seien. Diese und andere Kosten lassen sich durch die Zubuchung weiterer Tarifoptionen unter bestimmten Bedingungen noch senken. Das Datenpaket "Plus Web" beinhaltet für 4,99 monatlich 20 MByte Datenvolumen, jedes weitere MByte kostet dann "nur" noch 20 Cent.
Aber Dauersurfer hat AOL mit dem Handypaket auch nicht im Blick. Mit den anderen Optionen will sich der Anbieter besonders an Familien und Communities sowie an die wachsende "Mobile Generation" richten. Die Option "Plus Family" erlaubt kostenlose Telefonate zwischen bis zu fünf AOL-Mobile-Nummern und einer AOL-Phone-Nummer erlauben. Für jede zur Familie gehörige SIM-Karte fallen dann ebenfalls monatlich Extrakosten von 4,99 Euro an. Im Paket enthalten sind noch eine Kindersicherung, ein Taschengeldkonto und ein Friendsfinder. Die Option "Plus Friends" ist mit monatlich 2,99 Euro pro SIM-Karte etwas günstiger. Mit ihr können nationale Gespräche im AOL-Mobile-Netz für 5 Cent die Minute geführt werden. Sämtliche Optionen haben eine Mindestlaufzeit von 3 Monaten.
Alternativ gibt es AOL Mobile auch mit einem subventionierten Handy. Dann berechnen die Hamburger eine zusätzliche Grundgebühr von monatlich 4,99 Euro und der Vertrag läuft 24 Monate. Zur Auswahl stehen derzeit das Nokia 2610 (kostet nichts), Samsung SGH-X210 (auch umsonst), Samsung SGH-E380 (39,90 Euro), Sony Ericsson K610i (99,90 Euro) und Sony Ericsson W810i (das "Walkman"-Handy kostet 139,90 Euro). Das Mobilfunkangebot wird auf dem Netz von O2 realisiert. (vbr)