Spieleentwickler: iOS-App-Store schlägt Steam und WiiWare

Der Entwickler des preisgekrönten Physik-Puzzlers World of Goo vergleicht die Verkäufe der noch jungen iPad-Version mit dem Vertrieb des Spiels über Steam sowie WiiWare und schildert weitere Erfahrungen mit dem iOS-App-Store.

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

Im ersten Monat konnte sich sich World of Goo HD nach Angabe des Entwicklers 125.000-Mal im iOS-App-Store verkaufen und lag damit deutlich über den besten Verkaufszahlen des Physik-Puzzlers in Nintendos digitalem Distributionskanal WiiWare (68.000 Stück) sowie der Spieledownloadplattform Steam (97.000 Stück). Bislang sei die noch junge iPad-Fassung des zwei Jahre alten Spieletitels die Version, die sich am schnellsten verkaufe – sowohl was Stückzahlen wie auch den dadurch erzielten Umsatz angehe, erläutert der Spieleentwickler "2D Boy" in einem Blogbeitrag.

Für einen erfolgreichen Verkaufsstart ist es laut 2D Boy entscheidend, dass Apple die Anwendung im App Store herausstellt – World of Goo war über die Weihnachtszeit die im App Store prominent platzierte "iPad-App der Woche" und bewegte sich so unmittelbar auf den vordersten Rängen der Verkaufscharts. Sobald eine App unter die zehn umsatzstärksten Anwendungen gelangt, erhöht sich der Umsatz nach den Erfahrungen des Spielentwicklers zudem "sprungartig". Zugleich sei die Abstufung zwischen den umsatzstärksten Plätzen 10 bis 60 relativ gering und verspreche immer noch einen täglichen Umsatz, der sich im Bereich mehrerer Tausend Dollar bewege.

Um zu verhindern, dass World of Goo nach dem Ende der aktiven Bewerbung durch Apple aus den ebenfalls stark verkaufsfördernden Top-Charts des App Stores rutscht, entschloss sich der Entwickler den Preis von zehn auf fünf Dollar zu halbieren – dies ließ den Spieletitel unmittelbar wieder auf die höchsten Chartplätze emporschnellen. Zugleich soll World of Goo zum halben Preis "signifikant mehr Umsatz" generiert haben als zum ursprünglichen Stückpreis von 10 Dollar. Die Annahme, die Preis-Erosion des App Store sei schlecht für Entwickler, hält die Spieleschmiede deshalb für problematisch: Wenn ein Spiel bei einem niedrigeren Preis um 50 Prozent mehr Umsatz erziele, dann gewinnen alle, so 2D Boy – der Entwickler nehme mehr Geld ein und ein größerer Personenkreis könne sich an einem Spiel erfreuen.

Erstaunt zeigt sich der Spieleentwickler über negative App-Store-Bewertungen, die den Schwierigkeitsgrad von World of Goo beklagen – diese Art der Beschwerde sei weder von PC- noch von Wii-Spielern jemals geäußert worden. Möglicherweise seien Teile der iOS-Nutzerschaft an einer anderen Art der Unterhaltung interessiert, "in der Bestrafung für Fehler, egal wie gering, keine Option ist und du immer glaubst, du hast eine angemessene Erfolgschance egal wie schlecht du spielst", so 2D Boy – ein Update der iPad-Version erlaubt deshalb das unbegrenzte Überspringen einzelner Level.

[Update: 2D Boy bietet die iPad-Version von World of Goo am heutigen Donnerstag (10.02.) zum Preis von 80 Cent im App Store an.] (lbe)