Slowenischer Mobilfunker Vega gibt auf
Ende Mai stellt das kleinste slowenische Mobilfunkunternehmen seinen Betrieb ein. Zwei Netze werden übrig bleiben.
Vega, der kleinste slowenische Mobilfunk-Netzbetreiber, wird Ende Mai den Betrieb einstellen, 110 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Gerade einmal 21 Millionen Euro dürfte der Verkauf von Netz und Kunden an die beiden verbleibenden Konkurrenznetze Mobitel und si.mobil einbringen. Was auf der Vega-Website bereits Realität ist, wird von der Konzernmutter Alltel noch nicht bestätigt. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, weshalb keine Auskünfte erteilt würden, hieß es aus dem US-Hauptquartier auf Anfrage von heise online.
Die Mobilkom-Austria-Tochter si.mobil hat bereits mitgeteilt, 135 der 326 Vega-Sendestandorte zum Preis von 2,5 Millionen Euro zu übernehmen. Der Kundenstamm und das übrige Netz sollen Berichten zu Folge für ungefähr 18,5 Millionen Euro an den Marktführer Mobitel gehen. Ob das klappt, wird auch von der Regulierungsbehörde abhängen, die in der Übertragung aller Kunden einen Missbrauch der Nummernportierung sieht. Wegen Nichtumsetzung der im Dezember eingeführten Nummernportierung hat die Behörde Vega bereits zwei Geldstrafen aufgebrummt.
Die von Western Wireless International (WWI) gegründete Vega war Ende 2001 auf den slowenischen Markt getreten, jedoch über zwei Prozent Marktanteil nicht hinausgekommen. WWI macht ungenügende Regulierung und mangelhafte Umsetzung einschlägiger EU-Richtlinien dafür verantwortlich und hat die Republik Slowenien auf 204 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Zum Ende des ersten Quartals 2005 hatte Vega noch einen Buchwert von zirka 100 Millionen US-Dollar, rund 11 Millionen Dollar in bar und gut 70 Millionen Dollar Schulden. Es folgte eine Abschreibung des Unternehmenswerts im Ausmaß von rund 24 Millionen Dollar.
Mitte 2005 wurde die Western Wireless Gruppe von Alltel übernommen. Der neue Eigentümer begann umgehend mit der Veräußerung aller Auslandstöchter, deren wertvollste die österreichische tele.ring ist. Deren Verkauf an T-Mobile zieht sich zwar aufgrund wettbewerbsrechtlicher Probleme hin, dürfte aber immerhin 1,3 Milliarden Euro einbringen. Angesichts einer "Investition" von 11 Euro ein passables Geschäft. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)