Kampf gegen Dialer: Irland rudert zurĂĽck

Die irische Regulierungsbehörde ComReg hat die Beschränkungen des Selbstwählfernverkehrs vom Oktober wieder aufgehoben.

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Die in Irland am 4. Oktober in Kraft getretenen Beschränkungen des Selbstwählfernverkehrs sind von der Regulierungsbehörde ComReg wieder aufgehoben worden. Einerseits sei die Öffentlichkeit nun deutlich informierter und sensibilisierter als zuvor, andererseits hätten sich die Telekommunikationsunternehmen "freiwilligen Selbstverpflichtungen" unterworfen. Demnach werden irische Kunden, die unschuldig Opfer eines Betruges geworden sein könnten, nun direkt von ihrem Telekom-Anbieter entschädigt. Auch wollen die Firmen Informationen über verdächtige Rufnummern künftig im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten mit Unterstützung der Behörde untereinander austauschen.

Im Kampf gegen den rasant wachsenden Betrug mit Dialer-Programmen, die gegen den Willen des Anschlussinhabers teure Verbindungen ins Ausland aufbauen, war irischen Netzbetreibern die Verpflichtung auferlegt worden, bestimmte exotische Destinationen und das Satelliten-Telefonnetz Thuraya vom Selbstwählfernverkehr auszunehmen. Wer tatsächlich ein Gespräch dorthin führen wollte, musste eine Vermittlung bemühen. Nur wenn ein Kunde ausdrücklich verlangte, eine bestimmte Nummer selbsttätig anrufen zu können, konnte ihm dies ermöglicht werden, wenn sich der Netzbetreiber zuvor vergewissert hatte, dass die Zielrufnummer tatsächlich für Sprachverbindungen genutzt wird. Eine Lösung für Faxverbindungen war vergeblich gesucht worden.

Die Telekommunikationsunternehmen waren auch verpflichtet worden, ihre Kunden über die Risken ausdrücklich zu informieren und Schutzmaßnahmen zu empfehlen. Als Folge der Maßnahmen waren die Schadensfälle deutlich zurückgegangen. ComReg will die Situation weiterhin genau beobachten und "alle notwendigen Schritte zum Schutz der Konsumenten setzen". (Daniel AJ Sokolov) / (anw)