Energieverbrauch der privaten Haushalte hat zugenommen
Nach Angaben des Umweltbundesamtes und des Statistischen Bundesamtes sind für den steigenden Strombedarf "mehr Single-Haushalte, mehr Wohnfläche und immer mehr Elektrogeräte" verantwortlich.
- Florian Rötzer
Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) und des Statistischen Bundesamtes ist der Energieverbrauch der Privathaushalte in der Zeit von 1995 bis 2004 trotz steigender Energieeinsparung bei Geräten oder Wärmedämmung um 3,5 Prozent gestiegen. Der Wasserbrauch und der Ausstoß an Luftschadstoffen und Treibhausgasen sind allerdings zurückgegangen.
Ursache des gestiegenen Energieverbrauchs ist der Stromverbrauch, der um 17,3 Prozent zugenommen hat. Auch beim Heizen gab es einen Zuwachs um 2,8 Prozent, während der Aufwand für Warmwasserbereitung um 1,4 Prozent abnahm. Mit einem Anteil von 75 Prozent am Energieaufwand stellt das Heizen bei den Privathaushalten den größten Posten dar. Die Warmwasserbereitung hat einen Anteil von elf Prozent, Strom von 14 Prozent. Allerdings hofft man beim UBA, dass sich der Trend nicht fortsetzen wird. Seit 1999 ist der Energieverbrauch mit den steigenden Energiepreisen, die von 1999 bis 2005 42 Prozent nach oben kletterten, um 7 Prozent zurückgegangen. Die technische Entwicklung bei der Energieeffizienz könnte, meint das UBA, allmählich durchschlagen.
Ob das allerdings etwa beim Stromverbrauch zutrifft, bleibt abzuwarten. Der starke Anstieg wird vom UBA verschiedenen Faktoren zugeschrieben, die weiter wirken dürften: "mehr Single-Haushalte, mehr Wohnfläche pro Person und immer mehr Elektrogeräte pro privatem Haushalt". Allein die Wohnfläche pro Person hat in den letzten 10 Jahren um 13 Prozent zugenommen, die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte ist um 12 Prozent gestiegen. "Der Energieverbrauch pro Haushaltsmitglied ist", erklärt das UBA, "in einem Single-Haushalt nahezu doppelt so hoch wie in einem Drei- und Mehr-Personen-Haushalt." Zudem gibt es dadurch mehr Haushalte, die mit einem wachsenden Grundbestand an Strom verbrauchenden Geräten ausgestattet sind.
Eine große Rolle spielt die in den letzten 10 Jahren angewachsene Zahl der Strom verbrauchende Geräte in jedem Haushalt. Haushalte mit höheren Einkommen tragen am stärksten zur wachsenden Ausstattung mit Elektrogeräten und damit zum steigenden Stromverbrauch bei. Die Zahl der Computer hat sich zwischen 1993 und 2003 verdreifacht, die der Wäschetrockner, Geschirrspülmaschinen und Mikrowellengeräte verdoppelt. Die zunehmende Effizienzsteigerung kann daher wegen der wachsenden Gerätezahl den allgemeinen Energieverbrauch in den privaten Haushalten nicht senken.
Gleichwohl gibt es gerade beim Stromverbrauch erhebliche Einsparpotenziele. So betragen allein die Leerlaufverluste bei Elektrogeräten wie Fernsehern oder Computern in den Privathaushalten 17 Milliarden Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Das sind Stromkosten in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. Würden in den Haushalten nur Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühl-Gefrierkombinationen mit der höchsten Energieeffizienz benutzt, ließen sich weitere sieben Milliarden KWh oder 5,8 Prozent des Stromverbrauchs einsparen.
Siehe dazu auch in Telepolis:
(fr)