Stühlerücken in Nokias Netzwerksparte

Die einst als Nachfolgerin von Nokia-Chef Jorma Ollila gehandelte Netzwerk-Chefin Sari Baldauf verlässt überraschend das finnische Unternehmen.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Überraschend verlässt Sari Baldauf Nokia. Die Chefin der Netzwerksparte hatte seit 1999 im Nokia-Vorstand als Executive Vice President and General Manager of Networks die Infrastruktur-Sparte des finnischen Unternehmens geleitet. Die 1955 geborene Finnin mit MBA-Abschluss kam 1983 zu Nokia und gehörte seit 1994 dem Vorstand an. Nokia-CEO Jorma Ollila erklärte gemäß einer Pressemitteilung von Nokia, dass er in die Pläne von Baldauf eingeweiht gewesen sei, "neue persönliche Herausforderungen" außerhalb des Nokia-Konzerns zu suchen. Als Nachfolger von Sari Baldauf berief Nokia mit Wirkung zum 1. Februar 2005 Simon Beresford-Wylie. Der 46-jährige Australier kam 1998 zu Nokia und war seit 2003 Senior Vice President Networks APAC für die Asien-Pazifik-Region.

Ollila bezeichnete Baldaufs Entscheidung als eine sehr persönliche -- Medienberichten zufolge war die Finnin als potenzielle Nachfolgerin Ollilas als Nokia-CEO im Gespräch. In einer zweiten, heute von Nokia fast gleichzeitig verbreitenen Pressemitteilung gaben die Finnen außerdem das Ausscheiden von Dr. J. T. Bergqvist zum 31. Januar 2005 bekannt. Bergqvist war Vorstandsmitglied seit 2002 und verantwortlich für die Entwicklung von Mobilfunk- und Festnetz-Infrastrukturprodukten. Nokia-Chef Ollila dankte Bergqvist für seinen Beitrag zum "Turnaround" in Nokias UMTS/3G-Geschäft. In diesem Geschäftsfeld hatten die Finnen gegenüber den Wettbewerbern bisweilen das Nachsehen, etwa beim jüngst bekanntgegebenen Ausbau des UMTS-Netzes des US-Carriers Cingular, wo sich Nokia mit der Rolle als Lieferant von Handys und GSM/GPRS-Infrastruktur begnügen muss -- während sich Ericsson, Lucent und Siemens das Geschäft mit UMTS-Sendetechnik teilen. (ssu)