Kabel Deutschland beruft Ex-Minister Riesenhuber zum Aufsichtsratschef

Der ehemalige Bundesforschungsminister soll mit seinen Kontakten dem Kabelnetzbetreiber gute Dienste erweisen.

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Von
  • Torge Löding

Gute Kontakte in die Politik zahlen sich für Unternehmen oftmals aus. Und wer würde zu einem technikaffinen Unternehmen besser passen als ein ehemaliger Bundesforschungsminister? Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland jedenfalls hat den CDU-Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden berufen. Riesenhuber löst in dieser Funktion Dr. Alexander Dibelius, den Deutschlandchef des Kabel Deutschland Gesellschafters Goldman Sachs, ab, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

"International genießt Riesenhuber einen hervorragenden Ruf als Experte für alle Themen im Bereich von Wissenschaft und Technologie. Auf Grund seiner langen politischen Laufbahn und seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt er über hervorragende Kontakte zu Entscheidungsträgern und Meinungsführern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, die er künftig im Interesse von Kabel Deutschland einsetzen wird", heißt es weiter. Vielleicht könnte ein Mann mit solch guten Kontakten ja künftig ein Desaster wie bei der geplanten Übernahme der drei regionalen Kabelnetzgesellschaften Ish (Nordrhein-Westfalen), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg vermieden werden, die das Bundeskartellamt dem Konzern verpatzte .

Bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2000 war Riesenhuber übrigens viele Jahre lang Aufsichtsrat des Düsseldorfer Mannesmann-Konzerns, der seinerzeit von der britischen Vodafone feindlich übernommen wurde. Diese Übernahme gipfelte in einem spektakulärem Untreue-Prozess gegen deutsche Manager. Gegen den Freispruch in diesem Prozess hat die Staatsanwaltschaft indes Berufung eingelegt.

Kabel Deutschland betreibt die Kabelnetze in 13 Bundesländern und versorgt rund zehn Millionen TV-Haushalte in Deutschland und gehört einem Investorenkonsortium aus Apax Partners, Providence Equity und Goldman Sachs Capital Partners. (tol)