Linux-Distributor Linspire kündigt Community-Version "Freespire" an

Linspire, Hersteller der kommerziellen Linux-Distribution mit dem gleichen Namen, sieht die Zeit gekommen für ein Community-Linux in dem proprietäre Software ihren festen Platz hat.

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Auf dem Linux Desktop Summit, dem Gipfeltreffen um den Linux-Desktop, hat Linspire eine von der Entwickler-Community getragene Version seines kommerziellen Linux-Desktops angekündigt. Bei dem Projekt, das den Namen Freespire trägt, soll in einer ähnlichen Beziehung zu dem kostenpflichtigen Linspire-Linux stehen, wie die Community-Linuxe Fedora Core und openSUSE zu ihren kommerziellen Pendants von Red Hat beziehungsweise Novell.

Linspire plant die neue Distribution, von der eine erste Ausgabe voraussichtlich im August erscheinen soll, in zwei Geschmacksrichtungen. Neben einer Version, die komplett auf Open Source setzt, will das Unternehmen auch ein Paket mit proprietären Komponenten schnüren. Dabei geht es vor allem um Grafiktreiber von ATI und Nvidia und um Software und Codecs für das Abspielen von DVDs, MP3s und Formaten wie Apples Quicktime, Flash, RealAudio und WMA. Das "frei" im Namen Freespire bezieht sich in letzterem Fall allenfalls auf gratis, nicht auf freie Software im Sinne von Open Source. Linspires Geschäftsführer Kevin Carmody meint, die Entwicker-Community habe ihre ehemals negative Haltung proprietärer Software gegenüber weitgehend abgelegt. Die Zeit sei somit reif für eine von der Entwicklergemeinde gepflegte Linux-Distribution mit herstellerspezischen Komponenten.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Linspire ein kostenloses Linux anbieten will. Schon im vergangenen Herbst bot das Unternehmen seine Version Five-0 für eine gewisse Zeit umsonst zum Download an. Auslöser für die Aktion war Verwirrung um ein Projekt, das ebenfalls auf den Namen Freespire hörte. Dieses war von Andrew Betts, Mitglied des Linspire-Insider-Programms, ins Leben gerufen worden, der damit ein nicht-proprietäres Linspire-Linux schaffen wollte. Das Projekt wurde später in "SquiggleOS" umbenannt, wird jedoch nicht mehr weiterentwickelt. Betts ist nun Mitglied im Freespire Leadership Board, dem Gremium, das die Richtung und die Ziele des Projekts angeben soll. (akl)