Infineon-Finanzchef Peter Fischl unter Rechtfertigungsdruck

Das am Bau der neuen Firmenzentrale beteiligte Architekturbüro wirft dem Vorstandsmitglied vor, durch Androhung rechtlicher Schritte daran gehindert worden zu sein, die mit dem Bauauftrag zusammenhängenden Vorwürfe zu entkräften.

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Von
  • Oliver Lau

In einer noch nicht eingereichten Klage wirft das deutsch-amerikanische Architekturbüro TEC PMC dem Finanzvorstand des Chipherstellers Infineon Peter Fischl vor, durch Androhung rechtlicher Schritte daran gehindert worden zu sein, öffentlich den Vorwurf zu entkräften, sie verdankten den inzwischen gekündigten Planungsauftrag für die Konzernzentrale der Fürsprache des seinerzeitigen Infineon-Chefs Ulrich Schumacher.

Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel weiter berichtet, bezichtigt die Klageschrift Fischl & Co. auĂźerdem komplizierter Umwegkonstruktionen, um den Campeon-Bau nicht in der Bilanz ausweisen zu mĂĽssen. Ein Infineon-Sprecher soll die VorwĂĽrfe bereits bestritten haben: Das von einer PrĂĽfungsgesellschaft bescheinigte Leasing-Modell solle aber erneut durchleuchtet werden.

In der Korruptionsaffäre, in dessen Zuge auch Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz seinen Hut genommen hat, weil er verdächtigt wurde, sechsstellige Bestechungsgelder für Sponsoren-Verträge im Motorsport kassiert zu haben, kämpft mittlerweile jeder gegen jeden. Auch aus dem Aufsichtsrat feuert es Kritik: Dessen Chef Max Dietrich Kley sagte etwa in einem Interview, er habe schon länger an Schumacher gezweifelt, weil dieser Schlafstörungen leide. Schumacher hatte einen Tag vor seinem Rauswurf im Frühjahr 2004 Kley über die Korruptionsvorwürfe gegen Zitzewitz informiert. Kley wiederum muss sich anhören, dass er die Beschuldigungen zwar intern überprüfen ließ, aber nicht die Behörden informierte.

Aber nicht nur bei der Auftragsvergabe sollen die Beteiligten Schindluder getrieben haben. Auch die Honorare für das Architekturbüro im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Firmenzentrale "Campeon" sollen ungewöhnlich hoch ausgefallen sein. Aus dem Umfeld Schumachers verlautet es unterdessen, dass nicht er für die Verträge verantwortlich sei, sondern Finanzvorstand Peter Fischl die Campeon-Kontrakte unterschrieben habe. (ola)