Siggraph 2005: 3D-Mekka in L.A.
Tausende Techniker, Künstler und Forscher treffen sich vor den Toren Hollywoods zur weltgrößten Computergrafik-Konferenz, um neue Verfahren und Produkte zu bewundern.
Die jährliche Vollversammlung für Spezialisten in der 2D- und 3D-Grafik zeigt im wissenschaftlichen Teil wieder umwerfende Techniken für Computerspiele, Animationsfilme, aber auch für Bildbearbeitungssoftware und die Mensch-Computer-Interaktion im Allgemeinen. Von der Uni Saarland kommt ein Bericht über den Grafikchip für Echtzeit-Raytracing. Wie man ein normales Foto zu 3D aufpumpt, zeigt eine Gruppe der Carnegie-Mellon-Universität. Daneben stehen klassische Themen wie die Umwandlung von bunten Bildern in Graustufen -- eine Aufgabe, die überraschenderweise bisher nicht perfekt gelöst wurde.
Andere Beiträge zählen eher zu Katagorie "überraschend und witzig", suchen aber noch nach Anwendungen, so ein Verfahren, um Bewegungen in Videos zu verstärken und eine Methode, einen Beamer als Kamera zu benutzen. Ganz experimentell wird es in der Kunstausstellung und den "Emerging Technologies". Dort kann man sein Gleichgewicht elektronisch fernsteuern lassen oder an einem Strohhalm saugen, der Sauggefühl und -geräusche nachahmt -- ob von Bier, Milchshake oder rohem Ei.
Die Siggraph begann am Samstag mit Tutorials und wird am Montag offiziell mit einer Keynote von George Lucas eröffnet. Am Dienstag beginnt die an die Konferenz angeschlossene Messe, zu der von praktisch allen Herstellern von Grafik-Hardware und -Software Neuigkeiten erwartet werden. Die Siggraph endet am Donnerstag. (Dr. Jörn Loviscach) / (ghi)