Verbände sehen in Internet-Auktionshäusern Tummelplätze für Markenpiraten

Auch führende Plattformen gehen oft nicht entschieden genug gegen Produktfälscher vor, beklagen Markenverband und Verbaucherschützer am heutigen Welttag des Geistigen Eigentums.

vorlesen Druckansicht 339 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Sven-Olaf Suhl

Internet-Auktionsforen werden zunehmend zum Marktplatz für gefälschte und nachgemachte Produkte. Dies beklagen der Markenverband, der die Interessen von über 300 Markenartiklern – von Aachener Printen bis ZDF – vertritt, und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich des heutigen Welttags des Geistigen Eigentums. Die Verbände werfen "führenden", jedoch nicht namentlich genannten Internet-Auktionshäusern vor, nicht entschieden genug gegen Produktpiraterie vorzugehen. An die Verbraucher appellierten die beiden Organisationen, Produktfälschungen zu boykottieren: Produktpiraterie vernichte Arbeitsplätze und verzerre den Wettbewerb. Zudem zahlten Verbraucher bei Produktfälschungen zu viel für minderwertige Ware und riskierten darüber hinaus Gesundheitsschäden wegen unsicherer Produkte.

Probleme mit gefälschten Produkten im Internet gebe es beispielsweise bei Sportkleidung oder Merchandising-Artikeln. Insbesondere bei Kosmetika oder Spielzeug würden Verbraucher durch Fälschungen auch gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Im Falle des Weiterverkaufs gefälschter Produkte liefen Verbraucher auch Gefahr, Schadensersatz leisten zu müssen oder sich sogar strafbar zu machen. Die Verbände appellierten an die Verbraucher, beim Kauf im Internet besonders sorgfältig auf die Seriosität des Anbieters zu achten. Auktionshäuser müssten ihre Verantwortung zur Sperrung rechtsverletzender Angebote wahrnehmen. Schließlich sollten Markenhersteller das Vertrauen in die Original-Produkte stärken, indem sie ihre Rechte gegen gewerbliche Fälscher konsequent durchsetzen.

Im Vorgehen gegen Produktpiraterie sollten Hersteller und Rechteinhaber allerdings nicht die Verbraucher kriminalisieren, die auf Fälschungen hereingefallen sind, meint der vzbv. "Was wir brauchen, ist verstärkte Aufklärungsarbeit, damit Verbraucher über die Gefahren beim Kauf von Plagiaten informiert sind", findet vzbv-Chefin Edda Müller. Der Markenverband rief die Konsumenten zum Boykott gefälschter Waren auf. (ssu)