China Unicom kündigt eigenes Smartphone-Betriebssystem an
Der Mobilfunkbetreiber will ein auf dem Linux-Kernel 2.6 basierendes Smartphone-Betriebssystem zusammen mit Herstellern wie ZTE, Huawei und Samsung vertreiben.
Der Netzbetreiber China Unicom hat unter dem Namen "Wophone" ein eigenes, auf dem Linux-Kernel 2.6 basierendes Smartphone-Betriebssystem angekündigt. Die Hersteller ZTE, Huawei, Samsung, TCL – das in Europa unter dem Namen Alcatel auftritt –, HTC, Sony Ericsson, Dell und Motorola Mobility wollen Meldungen unter anderem im Wall Street Journal zu Folge demnächst Wophone-Geräte auf den chinesischen Markt bringen. Das erste Modell soll aber noch im März von Beijing Tianyu kommen. Das Betriebssystem ist auch für den Einsatz auf Tablets, Spielekonsolen und Fernsehern vorgesehen.
Die Entwicklung von Wophone wurde seit 2008 von chinesischen Behörden, darunter die Nationale Entwicklungs- und Reform-Kommission sowie das Ministerium für Industrie und IT, unterstützt. 200 Entwickler arbeiten daran. Eigentlich hätte Wophone (ursprünglich als Uphone angekündigt) bereits Ende 2010 startklar sein sollen. Geplant ist außerdem ein Wostore für den Bezug von angepassten Programmen ("Apps") und eine Kooperation mit Chinas führender Suchmaschine Baidu. Der Netzbetreiber hat bisher 35 Millionen Yuan (3,9 Millionen Euro) investiert und verspricht, jährlich weitere 50 Millionen Yuan bereitzustellen. Diese Unterstützung macht es für die Hersteller attraktiv, Wophone-Apparate zu entwickeln.
Wophone soll keine bloße Android-Abwandlung sein. Mit einem solchen System namens "OPhone" probiert es Marktführer China Mobile seit 2009 – mit geringem Erfolg. Laut Total Telecom haben die Marktforscher von Analysys im 4. Quartal 2010 in China 102,3 Millionen Smartphones gezählt. Davon liefen 60,1 Prozent unter Symbian, 13,1 Prozent unter dem älteren Windows Mobile und 10,7 Prozent unter Android (inklusive Ophone). Apples iOS schaffte es mit 5,4 Prozent auch noch auf den Analysys-Radar. (anw)