Alcatel SEL: Betriebsrat wehrt sich gegen Kündigungswelle
Allein die derzeit geleisteten Überstunden bei Alcatel SEL in Deutschland entsprächen nahezu der Summe der 114 Kündigungen, die das Unternehmen im November ausgesprochen habe, rechnen Arbeitnehmervertreter vor.
Der Betriebsrat des Elektronik-Konzerns Alcatel SEL in Stuttgart will die angekündigte Vernichtung von rund 600 Arbeitsplätzen in Deutschland nicht mittragen. Dies erklärten die Betriebsräte nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Dienstag auf einer turbulent verlaufenen Betriebsversammlung am Standort Stuttgart. Allein die derzeit geleisteten Überstunden bei Alcatel SEL in Deutschland entsprächen nahezu der Summe der 114 Kündigungen, die das Unternehmen im November ausgesprochen habe, heißt es in der Erklärung der Gewerkschaft.
"Es herrscht Unverständnis und blankes Entsetzen darüber, wie jede Logik und Konzeption dem nackten Streben nach Renditesteigerung unterworfen wird", sagte der Betriebsratsvorsitzende Eberhardt Süßmuth. Er fügte hinzu, der Vorstand der Alcatel SEL lasse sich zum "Erfüllungsgehilfen für Paris degradieren", anstatt die Interessen der deutschen Alcatel gegenüber der französischen Konzernspitze zu vertreten. Süßmuth stellte fest: "Hier werden blindlings Renditeforderungen aus der Pariser Konzernzentrale umgesetzt".
Alcatel SEL hatte am 1. Dezember in Stuttgart mitgeteilt, im kommenden Jahr 600 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen und 50 neue Arbeitsplätze wieder zu schaffen. Schon im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen in Deutschland rund 900 Stellen gestrichen. Derzeit beschäftigt Alcatel in Deutschland 5 300 Mitarbeiter. Umsatzzahlen für Deutschland nennt der Telekommunikations-Ausrüster nicht. (dpa) / (tol)