Britischer Richter bemängelt eBay-Schutz vor Betrügereien
Nach Ansicht eines Richters in Großbritannien lädt das Online-Auktionshaus Kriminelle geradezu ein, krumme Geschäfte über das Internet zu tätigen.
eBay lädt nach Ansicht eines Richters in Großbritannien Kriminelle geradezu ein, krumme Geschäfte über das Internet zu tätigen. Der am Crown Court in Leicester tätige Richard Bray äußerte die Kritik im Verlauf eines Verfahrens, in dem sich eine 28-Jährige wegen Betruges in mindestens fünf Fällen verantworten musste. Die Frau hatte über das Online-Auktionshaus Konzertkarten angeboten, die Tickets aber trotz Bezahlung nie an die Meistbietenden geschickt.
Bei der Polizei hatte die vorbestrafte Frau zunächst angegeben, die Karten seien auf dem Postweg verschwunden. Später räumte sie jedoch ein, die Tickets nie besessen zu haben. Wegen Betruges wurde sie schließlich zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Den Schaden in Höhe von umgerechnet mehr als 5800 Euro soll sie schon vor Prozessbeginn beglichen haben.
Richter Bray sagte Medienberichten zufolge, es sei "kaum überraschend", dass Kriminelle gerade eBay für ihre betrügerischen Aktivitäten aussuchten, schließlich seien die Maßnahmen, mit denen die Betreiber Kunden zu schützen versuchen, völlig unzureichend. Es lange einfach nicht, betonte Bray, zu glauben, über negative Bewertungen regele sich alles von selbst. Der Verurteilten hielt er zugute, dass man es ihr mit den Betrügereien "sehr einfach" gemacht habe. (pmz)