CPU-Wegweiser
Viel Rechenleistung bekommen Sie nur für Ihr Geld, wenn Sie anhand der kryptischen Produktbezeichnungen das Potenzial eines Prozessors abschätzen können. Der CPU-Wegweiser beleuchtet Performance sowie Effizienz der Triebwerke von Desktop-PCs, Notebooks, Tablets und Handys.
- Benjamin Benz
Smartphones und Tablets boomen, Apps gehören zum Lifestyle, doch die Hardware ächzt: War es noch vor Kurzem herzlich egal, wie flink der Prozessor das Handy-Menü berechnete, so hat er heute mit Flash-Animationen, JavaScript-Webseiten, Videos und verschwenderischen Apps zu kämpfen. Komplexe Webseiten, die Notebooks oder Desktop-PCs kaum fordern, stellen auf Mobilgeräten die Geduld auf eine harte Probe. Kein Wunder, dass Dual- und Quad-Core-Prozessoren auch dort vor der Tür stehen.
Unterdessen schwelgt die x86-Welt im Überfluss der Rechenleistung – rund Faktor 80 liegt zwischen einem günstigen Smartphone und Intels fetten Sechskernern. Die führen seit über einem Jahr die Bestenliste an, doch Konkurrenz droht ihnen aus dem eigenen Hause: Die neuen Sandy-Bridge-Chips rücken ihnen mit nur vier Kernen, integrierter Grafik und geringerer Leistungsaufnahme auf die Pelle. AMD liefert dafür viele Kerne pro Euro und bringt in der Stromsparklasse endlich einen Atom-Konkurrenten in Stellung.
Trotz der prestigeträchtigen und teuren Neuentwicklungen tobt der Kampf zwischen AMD und Intel vor allem im Preisbereich zwischen 50 und 150 Euro. Um jeden einzelnen Preispunkt zu belegen, variieren die beiden Kontrahenten Kernzahl, Taktfrequenz, Cache-Größe und einige weitere Parameter.
Oberhalb von 150 und bis hinauf zu 1000 Euro locken prestigeträchtige Namen, Spezialfunktionen und Sondereditionen für Übertakter finanzkräftige Kunden. Obwohl markante CPU-Namen große Unterschiede suggerieren, steigt hier der Preis wesentlich schneller als die Rechenleistung. Eine 1000-Euro-CPU rechnet mitnichten 10-, sondern bestenfalls 5-mal so schnell wie eine für 100 Euro. Gibt es bis etwa 200 Euro bei Intel noch rund 60 Kernelbench-Punkte für jeden Euro, so sind es beim Spitzenreiter Core i7-990X weniger als 20. AMD-Kunden können sogar bis zu 80 Punkte pro Euro abstauben – ein Blick auf die Grafik (c't 7/2011, Seite 115) lohnt also.
Nur wer das Wirrwarr aus CPU-Familiennamen, Generationen, Codebezeichnungen und Marketinggeblubber durchschaut, kann anhand der Herstellerangaben eine lahme Möhre von einem flotten Rechner unterscheiden. Über 300 verschiedene x86-Prozessoren aus 30 CPU-Familien tauchen derzeit im Handel auf – teils einzeln, teils verbaut oder gar verlötet in Notebooks oder PCs. Weder die schiere Taktfrequenz noch die Kernzahl reichen für eine Unterscheidung: Neuere Chips schöpfen ihre Performance aus Befehlssatzerweiterungen oder großen Caches und düpieren trotz niedrigerer Taktfrequenz ihre Vorgänger. Unsere Benchmark-Tabellen und Übersichtsgrafiken helfen bei der groben Einordnung.
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 7/2011. (bbe)